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    Berlin

    Kassensturz: Einkommenslücken im Alter erkennen

    Die Schuldenkrise lässt die Bundesbürger mehr denn je um ihre Altersversorgung zittern. Jeder fünfte Berufstätige ab 50 rechnet damit, im Alter nicht genug Geld für den Lebensunterhalt zu haben. Deshalb ist ein rechtzeitiger Kassensturz sehr wichtig.

    Altersvorsorge
    Die Schuldenkrise in Europa lässt die Bundesbürger um ihre Altersversorgung zittern. Private Vorsorge ist deshalb wichtig. (Bild: Andreas Gebert/dpa)
    Foto: DPA

    Jeder fünfte Berufstätige ab 50 Jahren hat Angst, seinen Lebensabend nicht finanzieren zu können. Das geht aus einer am Donnerstag (20. Oktober) in Berlin vorgestellten Postbank-Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach hervor. Es handelt sich demnach um den höchsten Wert, der in der jährlich erstellten Studie «Altersvorsorge in Deutschland» seit 2006 gemessen wurde. Unterm Strich macht sich gut die Hälfte aller 1771 befragten Berufstätigen angesichts der Schuldenkrise verstärkt Sorgen um das Auskommen im Alter. Dagegen hält nur ein Drittel die eigene Vorsorge für ausreichend.

    Doch private Vorsorge ist wichtig. «Man sollte rechtzeitig einen Kassensturz machen», empfiehlt Susanne Meunier von der Stiftung Warentest in Berlin. Denn dann könne man eventuelle Einkommenslücken erkennen. Zu früh sollte der Kassensturz aber nicht erfolgen. «Ein guter Zeitpunkt ist, wenn man im Beruf einigermaßen Fuß gefasst hat», sagt die Expertin für Altersvorsorge. Denn als junger Berufseinsteiger müsse man zunächst Reserven für die Risiken des Alltags bilden, bevor man Geld für den Ruhestand zurücklegen könne. «Bis 50 sollte man mit dem Kassensturz aber auch nicht warten», erklärt Meunier.

    Etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens sollten nach dem Abschied aus dem Berufsleben zur Verfügung stehen. «Das ist allerdings nicht in Stein gemeißelt», sagt Meunier. Denn viel hänge von der persönlichen Situation ab. Wer etwa spät Kinder bekommen habe, sollte berücksichtigen, dass er diese als Rentner möglicherweise noch unterstützen müsse.

    «Um herauszufinden, ob das Geld im Alter reicht, muss man sich dann ein Bild über seine Spareinlagen machen», sagt Meunier. Berücksichtigt werden sollten dabei unter anderem bereits bestehende Reserven, etwa auf dem Tagesgeldkonto. Aber auch die Information der gesetzlichen Rentenversicherung und die Mitteilungen schon abgeschlossener Vorsorge-Verträge seien wichtig. Hier könnten Verbraucher erkennen, wie hoch die späteren Rentenzahlungen ausfielen. Zudem sollten zu erwartende Erbschaften in die Rechnung miteinbezogen werden.

    Wird eine Einkommenslücke erkannt, könnten die Sparpläne angepasst werden. «Dabei sollte man aber immer möglichst flexibel bleiben», empfiehlt Meunier. Denn bei langfristigen Verträgen wie einer Rentenversicherung sei nicht immer klar, ob sie auch bis zum Ende durchgehalten werden können. «Außerdem können solche Verträge auch später noch mit Einmalzahlungen abgeschlossen werden.»

    An der zum neunten Mal seit 2003 vorgenommenen repräsentativen Befragung «Altersvorsorge in Deutschland» nahmen den Angaben zufolge 1771 in Deutschland lebende Menschen ab 16 Jahren teil.

    Bundesarbeitsministerium zur Riester-Rente

    GDV-Zahlen zur Altersvorsorge

    Wenig Bereitschaft zu sparen

    Die Furcht der Bundesbürger wirkt sich auch negativ auf die Bereitschaft aus, mehr für Riester und Co. auszugeben. Fast vier von zehn Befragten gaben an, keinen weiteren Ausbau mehr zu planen. Besonders auffällig sei die Zurückhaltung bei den jungen Berufstätigen unter 30: Sie wollten weniger denn je ihre Versorgung ausbauen. Nur noch etwa jeder Zweite plant eine Aufstockung. Einen Ausbau schließt ein Viertel von ihnen sogar ausdrücklich aus - laut der Umfrage ebenfalls ein Rekordwert und eine Verdopplung im Vergleich zur Befragung von 2010.

    «Die brisante Entwicklung verläuft parallel zur Verschuldungssituation in Europa», sagte Postbank-Vorstand Michael Meyer laut Mitteilung. So bereiten den Befragten die Folgen der Schuldenkrise im Euroraum insgesamt große Sorgen: Jeder Dritte (32 Prozent) fürchtet wegen drohender Inflation um sein Erspartes. Insgesamt 30 Prozent haben Angst davor, dass Deutschland wegen hoher Zahlungen an andere Euro-Länder möglicherweise weniger Geld für die gesetzliche Rente haben könnte.

    Die Folge ist eine steigende Verunsicherung: So ist der Anteil jener deutlich gewachsen, die sich angesichts der Krise fragten, welche privaten Anlageprodukte überhaupt noch sinnvoll seien: 43 Prozent teilen diese Unsicherheit, im vergangenen Jahr waren es erst 34 Prozent. Wer vorsorgt, gibt den Zahlen zufolge mit monatlich 188 Euro im Schnitt nun etwa sechs Prozent weniger aus als 2010.

    Wer seine Vorsorge noch ausbauen will, setzt vor allem auf die eigenen vier Wände - jeder Dritte plant den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. Immobilien, auch «Betongold» genannt, gelten den meisten immer noch als besonders sichere Form der Altersvorsorge (71 Prozent), gefolgt von der staatlichen Rente (46 Prozent) und Gold (39 Prozent). Auf der Suche nach einer vermeintlich sicheren Vorsorge können sich sogar 13 Prozent vorstellen, in Gold zu investieren. Die Riester-Rente rangiert noch dahinter mit 12 Prozent.

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