Archivierter Artikel vom 03.11.2010, 13:18 Uhr

Kasse zahlt Feuerwehr-Einsatz für dicken Patienten

Halle (dpa). Ist ein Patient so dick, dass er seine Wohnung vor der Fahrt ins Krankenhaus nur mit Hilfe der Feuerwehr verlassen kann, müssen gesetzliche Krankenkassen die dabei entstehenden Kosten übernehmen. Das entschied das Landessozialgericht in Halle.

Es handele sich dabei um notwendige Fahrtkosten im Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung, so das Landessozialgericht (Aktenzeichen: L 10 KR 59/08). Das Gericht urteilte damit zugunsten eines Versicherten, der mehrmals mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Wegen seines starken Übergewichts konnte er seine Wohnung im ersten Stock aber nicht allein verlassen, sondern nur mit Hilfe von Feuerwehrleuten, die den Mann mittels Trage und Drehleiter aus der Wohnung holten und auch wieder zurückbrachten. Die Kasse wollte die dadurch entstandenen Kosten nicht übernehmen, wurde nun aber vom Landessozialgericht dazu verpflichtet. Das Urteil ist rechtskräftig.