Archivierter Artikel vom 08.07.2010, 10:24 Uhr
Berlin/Bonn

Kartellamt stoppt Plan für Fünf-Euro-Automatengebühr

Wer am Automaten fremder Banken Geld abhebt, muss sich noch gedulden, bis die Gebühren sinken. Das Kartellamt sagte erstmal Nein zu den Plänen für eine Obergrenze von fünf Euro – zu hoch.

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Automatengebühr
Die Banken haben vorgeschlagen, die Gebühren fürs Geldabheben auf fünf Euro zu deckeln. Dem erteilt das Kartellamt eine Absage – immer noch zu teuer. (Bild: dpa)

Diese Maximalgebühr habe weiter «eine beachtliche Höhe», teilte die Bonner Behörde am Mittwoch (8. Juli) mit. Zudem gebe es kaum Anreize für Automatenbetreiber, Preise unter diesem Höchstentgelt zu verlangen. Das Bundesverbraucherministerium forderte ein rasches neues Konzept.

Für Kunden, die nicht bei der Hausbank oder einer Partnerbank abheben, kostet eine Transaktion nach Angaben der Verbraucherzentralen bisher durchschnittlich sieben Euro. Die Branche hatte vorgeschlagen, dass die Deckelung von fünf Euro vorerst für eineinhalb Jahre gelten soll. Grundsätzlich sollen die bisherigen Interbankenentgelte zwischen den Instituten abgeschafft und durch ein «direktes Kundenentgelt» abgelöst werden. Dabei bekommt der Kunde die Gebühr vor der Auszahlung auf dem Bildschirm zu sehen, so dass er den Vorgang noch abbrechen kann.

Nach einem Bericht der «Financial Times Deutschland» hält das Kartellamt in einem Brief an die deutschen Bankenverbände eine Gebühr von 30 Cent bis 1,00 Euro für realistisch. Dies sei die Spanne der Kosten, die sich Kreditinstitute eines Automatenverbunds gegenseitig für Abhebungen in Rechnung stellten, heiße es in dem der Zeitung vorliegenden Schreiben. Für die technische Abwicklung fallen nach Branchenangaben nur 63 Cent an.

Viele Abhebungen kosten nichts

Die allermeisten Abhebungen am Geldautomaten sind kostenlos. Denn rund 95 Prozent der Transaktionen erledigen die Kunden an Geräten ihrer Hausbank oder einer Partnerbank, bei der dies ebenfalls gratis ist. Dafür haben sich mehrere Institute in den Verbünden «Cash Group» mit 9000 Automaten und «Cash Pool» (2500 Automaten) organisiert. Noch größer sind die Verbünde der Sparkassen (25 700) sowie der Volks- und Raiffeisenbanken (19 050). Wenn aber nur ein Automat einer «fremden» Bank in der Nähe ist, kann das ziemlich teuer werden – im Schnitt sieben Euro, wie die Verbraucherzentralen errechneten. Dabei erfährt der Kunde den genauen Aufschlag erst später auf seinem Kontoauszug.