Archivierter Artikel vom 02.12.2011, 14:15 Uhr

Kampf um die Spitze – Bayern unter Zugzwang

Düsseldorf (dpa). Vier Mannschaften, zwei Spiele, ein Ziel – die Herbstmeisterschaft: Bereits zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen treten die Top Vier der Fußball-Bundesliga gegeneinander an.

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Gefordert
Die Bayern Holger Badstuber (l) und Mario Gomez wollen ihren Frust rauslassen.
Foto: Cesare Abbate – DPA

Spitzenreiter Borussia Dortmund (29) muss zur punktgleichen Borussia aus Mönchengladbach, und der Dritte FC Bayern München (28 Punkte) empfängt Werder Bremen (26). Nach zwei Niederlagen stehen die Münchner am meisten unter Druck. «Unser Frust muss am Samstag entladen werden – am besten mit einem Sieg», beschrieb Verteidiger Holger Badstuber die Gemütslage beim Rekordmeister.

Franz Beckenbauer forderte nach den Pleiten gegen Dortmund (0:1) und Mainz (2:3), dass sich die Bayern-Profis «am Riemen reißen» sollen. Badstuber kündigte für den Nord-Süd-Schlager Tugenden wie «Beißen und Kratzen» an. Jedoch verlor Bayern gegen kein anderes Team häufiger, als gegen Werder (26 Niederlagen). Und Werder-Chef Klaus Allofs stellte nach den jüngsten Erfolge genüsslich fest: «Wir sind längst nicht mit den Bayern auf Augenhöhe. Aber wird sind dran.»

Auf dem erhofften Weg zurück an die Spitze bangt FC-Trainer Jupp Heynckes um Mittelfeldantreiber Toni Kroos (Grippe). Dafür ist Mario Gomez, mit 13 Toren erfolgreichster Schütze der Liga, trotz eines Blutergusses am rechten Schienbein bereit für das Stürmer-Duell mit Claudio Pizarro (11 Tore). Der Peruaner fehlte Bremen beim 2:0-Sieg gegen Stuttgart wegen einer Knieverletzung. Für Samstag hofft Trainer Thomas Schaaf auf seine Rückkehr. «Es sieht gut aus», sagte er.

Doch das Top-Spiel am 15. Spieltag bestreiten diesmal andere: Mönchengladbach empfängt den derzeitigen Ligaprimus Dortmund. Noch nie standen sich die beiden Clubs in dieser Tabellenkonstellation gegenüber. «Der Zweite trifft auf den Ersten, das Überraschungsteam fordert den amtierenden Meister heraus – ich bin sehr gespannt», sagte Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl. Sehr selbstbewusst geben sich die seit acht Spielen unbesiegten Gäste.

«Das Potenzial des Gegners ist uns bewusst, und von unserem eigenen Potenzial sind wir überzeugt», sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Gladbach muss allerdings wegen eines Zehenbruchs auf Marco Reus verzichten. Der Nationalspieler wird dem Niederrhein-Club vermutlich sogar zwei Wochen fehlen. Klopp findet das schade. «Wir würden gerne gegen die besten Gladbacher gewinnen, darum wäre es schön, wenn er dabei wäre», meinte der BVB-Coach schmunzelnd.

Wenig geredet wurde zuletzt beim VfL Wolfsburg. Felix Magath bestrafte seine Spieler nach schlechten Leistungen mit Missachtung. Doch vor dem Heimspiel gegen Tabellennachbarn FSV Mainz 05 will er sein Schweigen brechen. «Ich gehe davon aus, dass ich meine Mannschaft auf Mainz einstelle», sagte der 58-Jährige.

Dicht gestaffelt stehen die Teams auch am Tabellenende. Stetig aufwärts geht's seit dem Amtsantritt von Thorsten Fink beim Hamburger SV. Im Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg soll der Abstand nach unten vergrößert werden. «Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen», sagte der HSV-Verteidiger und Ex-Nürnberger Dennis Diekmeier. Der Tabellen-17. SC Freiburg will gegen Hannover 96 im vierten Spiel in Serie unbesiegt bleiben. Schlusslicht Augsburg muss erst am Sonntag beim Europa-League-Teilnehmer FC Schalke 04 ran.