Archivierter Artikel vom 18.03.2011, 13:50 Uhr

Kampf um Biathlon-Krone – Neuners Pokal-Flirt

Oslo (dpa). Magdalena Neuner hat beim Spazierengehen am Holmenkollen schon einmal die Hand an die kleine Kristallkugel legen dürfen und neue Kraft getankt für den Kampf um die große Biathlon-Krone. Gut gelaunt schaute die zehnmalige Weltmeisterin beim Fototermin des Weltverbandes IBU vorbei.

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Trainingspause
Magdalena Neuner schont sich für das große Weltcup-Finale.
Foto: DPA

Vor der offiziellen Übergabe präsentierte sich die 24-Jährige mit dem gewonnen Pokal für die beste Sprinterin der Saison. Durchaus möglich, dass sie nach dem Finale mit drei Weltcup-Kugeln jonglieren darf.

«Ich muss jetzt einfach gesund werden und dann passt das schon», sagte die Doppel-Olympiasiegerin vor den letzten beiden Weltcup-Saisonrennen am Wochenende in Oslo. «Ich bin zuversichtlich. Mir geht es körperlich ganz gut. Ich habe nur diesen Husten», hatte sie schon nach ihrem Sprint-Sieg, mit dem sie ins Titel-Geschäft zurückgekehrt war, festgestellt. Neben der Gesamtweltcup-Wertung kann sie auch noch die im Massenstart gewinnen.

22 Punkte muss die Weltcup-Titelverteidigerin Magdalena Neuner im Verfolgungsrennen und im Massenstart-Wettkampf auf Spitzenreiterin Kaisa Mäkäräinen aufholen. Die Verfolgungsweltmeisterin aus Finnland absolvierte das volle Trainingsprogramm. Schwedens Einzel-Weltmeisterin Helena Ekholm, die 26 Zähler zurückliegt, lief im Neuschnee ein paar Runden im klassischen Stil.

«Ich würde sagen, die Helena ist raus. Das machen die Kaisa und die Lena unter sich aus», urteilte Andrea Henkel. Die Thüringerin hat als Gesamtfünfte mit 55 Punkten Rückstand immerhin noch theoretische Chancen. Etwas bessere Möglichkeiten werden dagegen Tora Berger eingeräumt. Die Norwegerin (32 Punkte zurück) bereitete sich im Fitnessstudio vor.

«Ich mache mir keinen Druck. Ich habe es leichter als die Kaisa, momentan, das kann man so sagen», meinte Magdalena Neuner. Dass die zweimalige Olympiasiegerin in das Duell überhaupt noch eingegriffen hat, grenzt schon fast an ein Wunder. Schließlich hat die 24-Jährige gleich vier der 26 Saison-Rennen auslassen müssen, während ihre beiden Rivalinnen immer dabei waren.

«Ich wünsche mir, dass ich die 14 Punkte nicht brauche, die ich in Antholz verloren habe», hofft Mäkäräinen. Die 28-Jährige war im Januar im Massenstart-Wettkampf nach sechs Strafrunden nur als 27. ins Ziel gekommen. Ein übereifriger Techniker verpackte ihre Ski und verließ den Zielraum schon vor der Materialkontrolle. Daraufhin war Mäkäräinen disqualifiziert worden.

Weltcup-Punkte erhalten die ersten 40 des Klassements. Für einen Sieg gibt es 60 Zähler, Rang zwei wird mit 54 Punkten, Rang drei mit 48 Zählern belohnt. Von Platz neun (32) an wird punktemässig nicht mehr abgestuft.

Bei den Männern streiten die Norweger Tarjei Bö (1022 Punkte) und Emil Hegle Svendsen (985) um den Sieg in der Gesamtwertung. Bester deutscher Skijäger ist Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (672) als Vierter. Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (643) ist Sechster.