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    Ju-Jutsu: Das Schachspiel mit vollem Einsatz

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    Noch auf Distanz, wenig später ein weißes Knäuel auf der Matte: Max Wilhelm (links, BC Westrich Landstuhl) und Florian Schödl (ESV Ludwigshafen) waren zwei der Athleten, die in Herdorf um die Landesmeisterschaft im Ju-Jutsu kämpften.
Foto:  Jürgen Vohl
    Noch auf Distanz, wenig später ein weißes Knäuel auf der Matte: Max Wilhelm (links, BC Westrich Landstuhl) und Florian Schödl (ESV Ludwigshafen) waren zwei der Athleten, die in Herdorf um die Landesmeisterschaft im Ju-Jutsu kämpften.
    Foto: Jürgen Vohl

    Das Hochfahren des Körpers von null auf hundert in sehr kurzer Zeit, das ist für die Sportler eine entscheidende Schwierigkeit beim sogenannten Ju-Jutsu-Fighting-System, in dem auf Wettkampfebene gekämpft wird. Für den Zuschauer wiederum besteht die Schwierigkeit zunächst einmal darin, zu erkennen, wer wie Punkte macht in diesem Sport, bei dem sich die Kontrahenten in ihren weißen Kampfanzügen bei Würgegriffen oft zu einem großen weißes Knäuel ineinander verhaken.

    Thorsten Kötting vom Ju-Jutsu-Verein Budo-Sport Herdorf lacht, wenn er solche Reaktionen hört: "Für den Laien ist es tatsächlich anfangs recht schwer zu erkennen, was bei unserem Sport genau passiert. Generell kämpfen im Ju-Jutsu-Fighting-System zwei Kontrahenten in ihrer gemeinsamen Gewichtsklasse, ausgestattet mit Hand-, Fuß- und Tiefschutz, gegeneinander. Dabei dürfen im Leichtkontakt Schläge, Tritte und Stöße sowie Hebel-, Wurf-, und Würgetechniken angewendet werden." Findet zum Beispiel ein Tritt sein Ziel oder wird der Gegner erfolgreich gehebelt, gibt es Punkte. Ziel eines Ju-Jutsu-Kampfes ist es, den Kontrahenten entweder nach Punkten oder mit dem sogenannten Full Ippon zu besiegen. Ein Full Ippon bezeichnet die saubere Ausführung einer Technik. Das sind zum Beispiel ein ungeblockter Schlag zum Körper oder ein sauberer Wurf. Gelingt dem Kämpfer ein sauberer Wurf, Schlag oder eine Aktion auf dem Boden gegen seinen Gegner, ist der Full Ippon perfekt und der Kampf durch technischen K.o. sofort beendet.

    In Herdorf, wo zum zweiten Mal die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft stattfand, kämpften am Samstag insgesamt 42 Aktive in elf unterschiedlichen Gewichtsklassen gegeneinander. Dabei sorgten vor allem die heimischen Athleten für Aufsehen: Lukas Stühn vom Ausrichter Budo-Sport Herdorf gelang es in seiner Gewichtsklasse Jugend U 18 (bis 81 Kilogramm), gleich vier Kämpfe durch Full Ippon vorzeitig zu beenden und damit den Grundstein für seinen Rheinland-Pfalz-Meistertitel zu legen. Für eine handfeste Überraschung sorgte auch Vereinskamerad Kai Edelmann: Erst seit knapp einem Vierteljahr im Ju-Jutsu aktiv und bislang ohne Wettkampferfahrung, gewann der 18-Jährige alle drei Kämpfe seiner Gewichtsklasse und wurde ebenfalls überraschend Rheinland-Pfalz-Meister. "Ich bin total verblüfft", sagte er. "Für mich stand bislang vor allem der Spaß im Vordergrund." Daran, so Edelmann, soll sich auch nichts ändern, wenn er bald seinen Verein bei den westdeutschen Meisterschaften vertritt.

    Für diese nächst höhere Wettkampfebene qualifizierten sich in Herdorf auch zwei Ju-Jutsu-Routiniers: Darijo Kelava und Isabelle Steyer vom PSV Mainz. Während Kelava schon gar nicht mehr genau wusste, wie viele Landestitel er mit seinem ungefährdeten Erfolg in Herdorf inzwischen errungen hat, wurde Steyer auf kuriosem, wenn auch für sie nicht ungewohnten Wege Rheinland-Pfalz-Meisterin: Ohne Gegnerinnen sicherte sich die 31-jährige Ausnahmeathletin kampflos den Titel. "Auf Landesebene gibt es niemanden, der ihr das Wasser reichen könnte. Der Wettkampfsport hat bei den Frauen noch nicht die Athletendichte wie der Breitensport", erklärte Thorsten Kötting.

    In Rheinland-Pfalz ohne Konkurrenz, wollen Kelava und Steyer, die auch privat ein Paar sind, helfen, das "Ju-Jutsu-Entwicklungsland Rheinland-Pfalz " bundesweit konkurrenzfähiger zu machen: "Wir bieten ein Stützpunkt-Wettkampftraining an, an dem alle interessierten Vereine und Aktiven teilnehmen können. Auch hier in Herdorf waren einige Talente zu sehen, oft fehlt es da nur am Finetuning", so Kevala.

    Von unserer Mitarbeiterin Rebecca Schäfer

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