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Düsseldorf

«Jahrtausendspiel» für Windeck: Die Bayern kommen

dpa

Heinz Georg Willmeroth schwelgt in Superlativen. «Galaktisch», «gigantisch», «nicht mehr zu toppen» – der Präsident des TSV Germania Windeck ist im Pokalfieber: Bayern München kommt.

Chef
Der ehemalige Bundesliga-Profi Heiko Scholz trainiert den TSV Germania Windeck.

«Das ist unser Jahrtausendspiel», sagt der umtriebige Fußball-Funktionär. Die ganze Gemeinde aus dem Rhein-Sieg-Kreis zwischen Köln und Siegen ist erneut im Aufruhr, denn schon vor einem Jahr bescherte das Los den Amateuren einen Großen der Zunft: «Schalke war beim 0:4 unser Jahrhundertspiel», erinnert sich Willmeroth an den Cup-Auftakt 2009 zurück.

Und jetzt kommt sogar der Meister, Titelverteidiger und Rekord- Gewinner nach Köln. In das dortige WM-Stadion von 2006 weicht Mittelrhein-Pokalsieger Windeck aus, weil der Germania-Sportpark im Ortsteil Dattenfeld mit seinen 3500 Einwohnern nur 2000 Besucher fasst. Mehr als 32 000 Karten wurden bis fünf Tage vor dem ungleichen Duell schon an den Fan gebracht, es gab bereits 100 000 Euro Bareinnahmen – der Rubel rollt für den kleinen Verein mit seinen 800 Mitgliedern aus einer Region, die «strukturschwach ist. Da ist es schwer, Sponsoren zu finden», schildert Willmeroth die Situation.

Windeck gegen die Bayern – es ist eine Begegnung der krassen Gegensätze. Hier 800 Mitglieder, dort mehr als 150 000. Hier ein Saisonetat für die fünftklassige Mannschaft von 600 000 Euro, dort ein Umsatz von 268,7 Millionen Euro. Hier ambitionierte Fußballer, die normal zur Arbeit gehen oder studieren und sich jeweils erst am späten Nachmittag zum Training treffen, auf Bayern-Seite Superprofis wie Franck Ribéry, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger oder WM- «Überflieger» Thomas Müller.

Windeck-Coach Heiko Scholz, lange Jahre im Profifußball zu Hause, ficht das alles überhaupt nicht an: «Ich brauche keinen meiner Spieler zu motivieren.» Mit Herzblut, Kampf und dem Einsatz aller Energien wollen sie dem haushohen Favoriten irgendwie Paroli bieten. «Ich gehe doch nicht hin und sage, ich will da unter zehn Gegentoren rausgehen», sagt Scholz. Er macht seine Jungs anders heiß: «Man soll es im Hinterkopf haben.»

«Es» – das ist der Gedanke an die Sensation. Scholz: «Wir träumen nicht, aber die Bayern werden uns schon nicht unterschätzen. Meine Spieler stehen im Fokus der Öffentlichkeit und können sich mit den Besten der Besten messen. Etwas Schöneres kann es für einen kleinen Verein doch gar nicht geben.»

«Spinner» sei in Windeck keiner, sagt Scholz. Aber vielleicht doch in Führung gehen, vorlegen, die Van-Gaal-Truppe verunsichern, den Großen mit kleinen Nadelstichen ärgern – das ist insgeheim die Zielsetzung von Scholz, der in dem ehemaligen Erstliga-Profi Markus Kurth auch einen «Star» aufbieten kann. «Sie haben Blut geleckt in Windeck», lautet der Schlusssatz eines 40-seitigen Sonderhefts, das eigens für die «Jahrtausendpartie» aufgelegt wurde. Am Montag wollen sie den Beweis erbringen.

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