Archivierter Artikel vom 27.02.2010, 12:18 Uhr
Regensburg

Jahn trennt sich von Geschäftsführer Gerber

Paukenschlag beim SSV Jahn Regensburg: Der Fußball-Drittligist trennt sich von Geschäftsführer Franz Gerber.

Lesezeit: 1 Minuten

Auf einer Pressekonferenz erklärte der Aufsichtsrat des oberpfälzischen Clubs mit Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) und Bürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) an der Spitze, dass eine weitere Zusammenarbeit mit dem 56-jährigen Ex-Profi nicht mehr möglich sei. «Wir brauchen einen Neuanfang», begründete Schaidinger die überraschende Entscheidung. Der wirtschaftlich angeschlagene Verein braucht zur Schließung der Finanzierungslücke zwischen 730 000 Euro bis 1,2 Millionen Euro.

Der Nachfolger von Gerber, der erst im Januar einen Fünfjahres-Vertrag erhalten hatte, steht bereits fest. Ab 1. Mai soll Roman Grill, ehemaliger Vertragsspieler des FC Bayern München, die Geschäftsführung übernehmen. Der 43-Jährige ist auch als Spielerberater tätig. Zu seinen Kunden gehören Nationalspieler Philipp Lahm (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV) und der Ex-Münchner Owen Hargreaves (Manchester United). Die kaufmännische Leitung auf der Jahn-Geschäftsstelle übernimmt die Beraterfirma «actori», die unter anderem Werder Bremen, Borussia Dortmund und den Hamburger SV neu aufgestellt hat.

Gerber reagierte völlig überrascht auf den Beschluss des Aufsichtsrats. «Ich war sprachlos. Mit dieser Entscheidung habe ich nicht gerechnet», sagte der ehemalige Bundesliga-Profi (u.a. Bayern und 1860 München) auf dem Online-Portal der «Mittelbayerischen Zeitung». Er behalte sich rechtliche Schritte vor.

Der Vereinsvorstand wird den Vorschlag des Aufsichtsrats akzeptieren. «Wenn Sie mich fragen, ist das der einzig gangbare Weg in dieser Situation», sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Kraml, «aber wir werden uns dazu in den nächsten Tagen treffen und darüber beraten». Zur schnellen Lösung der Finanzprobleme wurden bereits Gespräche mit Sponsoren geführt. «Der Profi-Fußball in Regensburg hat eine richtig gute Zukunft», betonte Bürgermeister Wolfsberg.