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Köln

IW-Studie: Deutschland mäßig familienfreundlich

Deutschland ist in Sachen Familienfreundlichkeit im europäischen Vergleich nur Mittelmaß, hat aber kräftig aufgeholt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 19 EU-Ländern.

Die insgesamt besten Bedingungen für Eltern und ihre Kinder bieten demnach die skandinavischen Staaten. Den Spitzenplatz belegt Deutschland allerdings in puncto finanzieller Unterstützung der Eltern: «Wir haben hier den ersten Platz, weil Deutschland sehr stark steuerlich unterstützt, mit Ehegattensplitting und Kinderfreibeträgen», sagte der IW-Experte Axel Plünnecke bei der Vorstellung der Studie am Dienstag (19.1.) in Köln.

Nachbessern müsse die Bundesrepublik dagegen bei der Betreuungsinfrastruktur: Plünnecke zufolge werden nur gut 20 Prozent der unter Dreijährigen hierzulande in Kitas oder von Tagesmüttern betreut. «Die Wünsche nach Betreuung übersteigen bei weitem das vorhandene Angebot.» In Dänemark würden mehr als 70 Prozent der Kleinsten extern betreut. Vergleiche man die Situation bei den Krippenplätzen aber mit der Lage von vor fünf Jahren, so seien deutliche Fortschritte zu erkennen.

Vor allem jungen Akademikerfamilien mangelt es laut IW oft an Zeit, wenn die frischgebackenen Eltern Kinder und Karriere unter einen Hut bringen möchten. Hochschulabsolventen seien hierzulande in der Regel schon 27 oder 28 Jahre alt und damit viel älter als ihre europäischen «Kollegen», die daher vor einer Familiengründung schon über Berufserfahrung verfügten. Der Wunsch nach Kindern sei höher als die reale Geburtenquote, die mit 1,4 Kindern pro Frau in Deutschland im EU-Vergleich sehr niedrig ausfalle, erklärte Plünnecke.

«Insgesamt hat sich Deutschland bei der Familienfreundlichkeit aber stark verbessert», bilanzierte der IW-Experte. Innerhalb von fünf Jahren habe sich die Bundesrepublik sogar am zweitstärksten von den untersuchten 19 Ländern verbessert. «Wir holen auf, aber es bleibt noch eine Menge zu tun.»

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