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    Nelspruit

    Ivorer retten WM-Ehre: 3:0 gegen Nordkorea

    Didier Drogba und Co. haben sich gegen hoffnungslos unterlegene Nordkoreaner würdevoll von der WM-Bühne verabschiedet. Das bittere Vorrunden-Aus konnte das Starensemble von der Elfenbeinküste aber trotz des hochverdienten 3:0 (2:0) in Nelspruit nicht mehr abwenden.

    Torhungrig
    Torschütze Romaric (M.) rennt nach seinem Treffer schnell zum Anstoßkreis.

    Erst flog sein Trikot ins Publikum, am Ende schlurfte Didier Drogba sogar ohne Schuhe in die Kabine: Die Fans haben ihrem ivorischen Superstar einen emotionalen Abschied von der WM-Bühne bereitet und über das bittere Vorrunden-Aus der Elfenbeinküste hinweg getröstet. «Unsere WM ist heute vorbei. Wir sind enttäuscht, aber nicht zu enttäuscht, wenn du gegen Portugal und Brasilien ausscheidest. Für ein Land wie die Elfenbeinküste ist es fantastisch, zweimal hintereinander bei einer WM zu sein», sagte Drogba nach Spiel in Nelspruit.

    Superstar
    Didier Drogba (l) setzt sich gegen An Yong-Hak durch.

    Der Chelsea-Stürmer hatte das Publikum nach dem Schlusspfiff fest in seiner Hand. Mit nacktem Oberkörper verteilte er seine Ausrüstung und verließ als letzter Spieler die Arena. «Wir können stolz darauf sein, was wir gegen Portugal und Brasilien erreicht haben. Wenn wir in einer besseren Gruppe gewesen wären, wären wir vielleicht weitergekommen», klagte der «Spieler des Spiels».

    Hochsteiger
    Der Ivorer Ismael Tioté (r) überspringt den Nordkoreaner Hong Yong-Jo.

    Wie schon 2006 mussten die vor Turnierbeginn als Geheimfavoriten gehandelten Ivorer frühzeitig die Heimreise antreten, die Tore durch Yaya Touré (14. Minute), Romaric (20.) und Salomon Kalou (82.) waren da nur ein geringer Trost – das «Wunder von Nelspruit» war ausgeblieben. Neun Treffer hätten die «Elefanten» auf Portugal gutmachen müssen, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen. Der WM-Vierte von 2006 kassierte im Parallelspiel gegen Brasilien (0:0) allerdings nicht wie erhofft eine Niederlage, und die Elfenbeinküste verpasste auch selbst das ersehnte Schützenfest.

    Fassungslos
    Der Nordkoreaner Hong Yong-Jo ärgert sich über einen Gegentreffer.

    «Die Mannschaft hat toll gespielt. Es war fast unmöglich, mit sieben oder acht Toren Unterschied zu gewinnen. Ich denke, die Jungs können stolz auf sich sein», lobte Coach Sven-Göran Eriksson sein Team. «Die Zukunft gehört diesem Land, wenn wir von Fußball sprechen. Das Team verlässt die WM mit erhobenem Kopf, das ist wichtig.» Der Schwede, dessen Vertrag nach der WM endet, ließ seine Zukunft offen. «Ich gehe jetzt erstmal in Urlaub. Ich weiß es nicht.»

    Jubel
    Der Ivorer Yaya Touré (r) lässt sich für seinen Führungstreffer feiern.

    Auch bei den Nobodys aus Nordkorea, die ihre zweite WM-Teilnahme ohne Punkt beendeten, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. «Es war wichtig, unseren Stolz und unser Selbstbewusstsein, wiederherzustellen», sagte Coach Kim Jong Hun, dessen Team zumindest eine Klatsche wie beim 0:7 gegen Portugal vermieden hatte. Diese WM lege den Grundstein für eine gute Zukunft. «Das war sehr nützlich für die Entwicklung unseres Fußballs», sagte Kim.

    Zweikampf
    Der Nordkoreaner Pak Nam-Chol (l) kommt nicht an Emmanuel Eboué vorbei.

    Bereits nach 51 Sekunden hätte die Elfenbeinküste den Torreigen eröffnen können, aber Abdulkader Keita scheiterte an Keeper Ri Myong Guk. Der Afrikameister von 1992 durfte sich gegen lethargische Nordkoreaner über unverhoffte Räume freuen. Logische Konsequenz war das 0:1 durch Yaya Tourè. Der Barca-Profi schlenzte eine Vorlage des Stuttgarters Arthur Boka, der seine Premiere in Südafrika gab, unbedrängt ins lange Eck. Nach den ersten beiden Auftritten ohne Sieg und ohne Zauber wollten die «Elefanten» schnell den Vorwurf widerlegen, zu defensiv aufzutreten. Mit Erfolg: Drogba legte sich den Ball mit einer geschmeidigen Annahme selbst vor und donnerte ihn an die Latte. Romaric staubte per Kopf ab.

    Nordkorea zeigte sich nur durch zwei Freistöße von Hong Yong Jo (19./24.) gefährlich und beschränkte sich zunächst vollständig auf die Defensivarbeit. Nach dem Wiederanpfiff verflachte die Partie. Die Asiaten zeigten etwas mehr Gegenwehr, verharrten aber in ihrer Mauertaktik. Der Elfenbeinküste fiel auch nicht mehr ein. Die größte Chance für Nordkorea vergab «Asiens Rooney», Jong Tae Se (81.), wenig später sorgte Kalou für die endgültige Entscheidung.

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