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    Johannesburg

    Italien nach WM-Aus unter Schock – Slowakei weiter

    «Tutto finito» für den Titelverteidiger: Nach einem blamablen Auftritt gegen die Slowakei hat sich Italien mit dem schlechtesten Ergebnis der Historie vorzeitig von der WM verabschiedet. Der viermalige Weltmeister erlebte beim 2:3 (0:1) eine der größten Pleiten der Geschichte.

    Unzufrieden
    der Italiener Vincenzo Iaquinta rauft sich nach einer vergebenen Chance die Haare.

    Gefallen, geschlagen, gedemütigt: Nach der «Schmach» von Johannesburg vergossen Italiens vom Sockel gestürzte Weltmeister bittere Tränen der Enttäuschung und schlichen wie geprügelte Hunde von dannen. Mit der blamablen Niederlage gegen Neuling Slowakei erlebte der sieglose Titelverteidiger eine der größten Pleiten in der WM-Geschichte und verabschiedete sich vorzeitig von der Fußball-WM. «Ich übernehme die volle Verantwortung. Es tut mir furchtbar leid, dass meine Arbeit so endet. Wir wollten noch einmal Weltmeister werden, dies ist uns nicht gelungen. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit», sagte Italiens konsternierter Trainer Marcello Lippi.

    Jubel
    Die slowakischen Nationalspieler feiern ihren Torschützen, Robert Vittek (2.v.r).

    Der frühere Nürnberger Robert Vittek mit einem Doppelschlag in der 25. und 73. Minute und Kamil Kopunek (89.) schossen den krassen Außenseiter ins Achtelfinale. Die Treffer von Antonio di Natale (81.) und Fabio Quagliarella (90.+2) waren für die «Azzurri» zu wenig. «Das ist ein Traum und unfassbar für die Slowakei. Ich kann es kaum glauben. Mal schauen, was für uns bei der WM noch drin ist. Vielleicht können wir für noch eine Überraschung sorgen», sagte Vittek. Auch Trainer Vladimir Weiss senior war gerührt: «Diesen Sieg widme ich unseren Fans. Ich glaube, heute feiert das ganze Land. Nach der Geburt meines Sohnes ist das der schönste Tag in meinem Leben.»

    Verwarnung
    Italiens Kapitän Cannavaro (r) sieht Gelb von Schiedsrichter Howard Webb.

    Während die Slowaken ihren für den 26. Juni geplanten Rückflug umbuchen müssen und stattdessen am 28. Juni in Durban gegen die Niederlande um den Viertelfinal-Einzug kämpfen, stehen die Italiener nach dem erstmaligen Vorrunden-Aus seit 36 Jahren vor einem Scherbenhaufen. Weltmeister-Coach Lippi wird sein Amt nach der Heimkehr an Cesare Prandelli übergeben, der bis zur WM 2014 eine neue «Squadra Azzurra» formen muss. Auch Kapitän Fabio Cannavaro und Mittelfeld-Renner Gennaro Gattuso treten von der Auswahl-Bühne ab. «Ich wünsche meinem Nachfolger viel Glück», meinte Lippi.

    Emotionen
    Robert Vittek (M) feiert sein Tor, Italiens Di Natale (vorne) ist entsetzt..

    In der Heimat schlug das Aus hohe Wellen. «Was für eine Schande, das war einfach lachhaft», schimpfte Minister Roberto Calderoli von der Lega Nord. Italiens Millionäre hätten auf ihrem «Kreuzweg» Beine aus Gelatine gehabt. Lippi fürchtet nach der Heimkehr dennoch keine «Hexenjagd»: «Ich habe mich schon selbst verurteilt.»

    Führung
    Der Slowake Robert Vittek (2.v.r.)trifft zum 1:0.

    Im dramatischen Gruppenfinale entdeckte der Favorit seine Offensiv-Qualitäten erst, als es bereits zu spät war. Dennoch wäre Simone Pepe in der 95. Minute beinahe die Rettung gelungen, doch der Angreifer schoss aus acht Metern daneben. Zuvor hatten sich die Ereignisse in der Schlussphase überschlagen.

    Bedrängt
    Der Italiener Pazzini (M) wird von Marek Hamsik (r) angegangen.

    Nach Vitteks Doppelschlag sorgte di Natale zehn Minuten vor Ultimo mit dem 1:2 für Hoffnung. Dann erstarb Quagliarellas Jubel über das vermeintliche 2:2, weil der Schütze knapp im Abseits stand. Der Profi vom SSC Neapel hatte schon nach 68 Minuten Pech, als Martin Skrtel seinen Schuss mit dem Knie von der Linie kratzte. Als Kopunek einen Konter zum 3:1 versenkte, schien alles gelaufen. Aber Italien kam durch einen Heber von Quagliarella noch einmal heran. «So ein Spiel habe ich noch nie erlebt. Das ist ein fantastisches Gefühl, wirklich unglaublich», jubelte der starke Slowaken-Keeper Jan Mucha.

    Läufer
    Der Slowake Vittek (l) liefert sich ein Laufduell mit Italiens Gennaro Gattuso.

    Nach den enttäuschenden Auftritten gegen Paraguay (1:1) und Neuseeland (1:1) hatte Lippi erstmals im Turnierverlauf auf ein 4:4:3-System umgestellt. An der Seite von Vincenzo Iaquinta und Pepe stürmte di Natale, mehr Durchschlagskraft entwickelten die «Azzurri» dadurch allerdings nicht. Der WM-Neuling nahm dagegen sein Herz in beide Hände und spielte von Beginn an munter nach vorn.

    Doppeltorschütze
    Robert Vittek (l) trifft zum 2:0 vor Italiens Giorgio Chiellini.

    Italiens Spiel wirkte lethargisch, fast leblos. Fehlerhaft in der Abwehr, ideenlos im Mittelfeld und harmlos im Angriff: Der viermalige Weltmeister war nur ein Schatten seiner selbst. Die verletzte Torwart-Legende Gianluigi Buffon erfasste auf der Bank ein ums andere Mal das blanke Grausen, und auch Lippi raufte sich an der Seitenlinie mehrmals ratlos die Haare.

    Aufgestützt
    Italiens Iaquinta (vorne) wird vom Slowaken Martin Skrtel runtergedrückt.
    Foto: Kerim Okten

    Lippi reagierte in der Pause und brachte zum zweiten Durchgang in Quagliarella eine weitere Offensivkraft. Kurz darauf bejubelten die Tifosi das Comeback von Spielmacher Andrea Pirlo, der in den ersten beiden WM-Partien wegen einer Wadenzerrung fehlte. Doch auch der Mittelfeldstar konnte die Wende zum Guten nicht herbeiführen.

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