WM-Qualifikation

Island gegen Deutschland mit Jubiläum und neuem Trainer

Zum Auftakt der WM-Qualifikation spielt die deutsche Nationalmannschaft gegen Island. Für den isländischen Fußballverband und den neuen Trainer ist es ein besonderes Spiel. An Erfahrung und Kampfgeist mangelt es dem Team nicht.

Island
Die Isländer sind der erste deutsche Gegner in der WM-Qualifikation.
Foto: Zsolt Szigetvary/MTI/AP/dpa

Duisburg (dpa). Für Island wird das erste Spiel der WM-Qualifikation gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Besonderes. Es ist die 500. Begegnung der Verbandsgeschichte.

Daher will das Team während der Nationalhymne spezielle Aufwärmjacken tragen. Das Aufeinandertreffen am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) ist auch das erste Spiel für den neuen Trainer Arnar Vidarsson. Der 43-Jährige hatte zuvor die U21-Auswahl gecoacht: „Es darf ruhig etwas kribbeln im Bauch. Hätte ich das nicht, könnte es bedeuten, mir wäre die Sache nicht wichtig.“

An Erfahrung im Trainerstab mangelt es aber nicht: Zwei bekannte Gesichter werden neben Vidarsson auf der isländischen Bank Platz nehmen: Neben dem größten Fußballstar der Geschichte und heutigen Co-Trainer Eidur Gudjohnsen, der beim FC Barcelona und Chelsea auf Torejagd gegangen war, wird auch Lars Lagerbäck sitzen. Der Schwede, der die Isländer zur EM 2016 und damit zum ersten großen Turnier überhaupt geführt hatte, ist seit diesem Jahr als technischer Berater dabei. „Es ist großartig, Lars bei uns zu haben“, sagte Vidarsson dem Rundfunksender RÚV.

Auch in der Mannschaft finden sich einige erfahrene Kicker, die allerdings nicht alle mit an Bord sein werden. Besonders vermissen dürften die Isländer Gylfi Sigurdsson (31). Der Profi vom FC Everton war zwischen 2010 und 2012 für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga aufgelaufen. Auch der Augsburger Knipser Alfred Finnbogason fehlt wegen einer Wadenverletzung.

Energie und Konzentration seines Teams seien gut, sagt Vidarsson. Er hofft darauf, dass der angeschlagene Johann Berg Gudmundsson vom Premier-League-Verein FC Burnley spielen kann. Der beste Torschütze bei den Isländern ist der 31-Jährige Kolbeinn Sigthórsson (IFK Göteborg). Im Blickpunkt steht auch Nachwuchstalent Arnór Sigurdsson (21, ZSKA Moskau). Der einzige in Deutschland spielende Isländer im aktuellen Aufgebot ist Gudlaugur Victor Pálsson vom Zweitligisten SV Darmstadt 98.

„Deutschland ist ein schöner Auftakt – aber ganz sicher auch ein schwieriger. Deutschland ist ein Fußball-Riese. Aber wie gesagt: Wir schauen vor allem auf uns“, sagt Trainer Vidarsson. Bundestrainer Joachim Löw hat sein Team auf eine „gesunde Mentalität“ des Gegners eingestellt: „Sie wissen, dass sie nur eine Chance haben über eine gute Mannschaftsleistung.“

Auf der FIFA-Weltrangliste steht Island auf dem 46. Platz. In den vergangenen fünf Partien gab es für das Team aus dem hohen Norden fünf Niederlagen – darunter gegen England (0:4) und Belgien (1:2). Die Isländer treffen nach dem Auftakt gegen Deutschland auf Armenien und Liechtenstein.

Während der Qualifikation für die Europameisterschaft 2004 kam Deutschland im Jahr 2003 über ein 0:0 in der isländischen Hauptstadt Reykjavik nicht hinaus. Der damalige DFB-Teamchef Völler startete damals nach Bewertungen und Fragen der ARD-Reporter Gerhard Delling und Waldemar Hartmann sowie von Experte Günter Netzer seine legendäre „Weißbier“-Wutrede.

Vidarsson kann sich daran noch erinnern, sagte aber, dass er nicht gewusst habe, was für ein Aufreger das in Deutschland gewesen sei. Den Spieler Völler habe er stets bewundert. In der zweiten Begegnung damals in Hamburg, bei dem auch Coach Vidarsson 90 Minuten auf dem Platz stand, verloren die Isländer mit 0:3.

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