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«Iro» Neureuther: Ein bisschen Scham trotz Sieg

Garmisch-Partenkirchen (dpa) – Ein Flachs mit Polizisten am Straßenrand, ein Händeschütteln hier, ein Autogramm mit Small-Talk da und dann im Laufschritt zum «Friseur»: Nach dem Sieg beim Heim-Slalom hatte Felix Neureuther endgültig seinen Frieden mit einer schwierigen Saison gemacht.

Neue Frisur
Felix Neureuther büßte nach seinem Slalom-Sieg ein paar Haare ein.

«Jetzt hab ich mit Kitzbühel und Garmisch für mich die zwei absoluten Highlights im Jahr gewonnen, außer natürlich das Oberhighlight mit den Olympischen Spielen. Das ist schon etwas extrem Besonderes», sagte der 25 Jahre alte Skirennfahrer nach dem Erfolg im letzten Weltcup-Slalom des Winters in Garmisch-Partenkirchen. Eindrucksvoll hatte er bewiesen, dass sein Coup in Kitzbühel keine Eintagsfliege war. «Er hat diese Saison einen Schritt gemacht, weil er es zum Siegfahrer geschafft hat. Aber von der Konstanz her war er schon besser», sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier.

Tagesbester
Felix Neurteuther jubelt im Ziel über seinen starken zweiten Lauf.

An Riesenslalom und seiner Beständigkeit wird Neureuther weiter arbeiten, das neue Irokesen-Outfit soll aber nur von kurzer Dauer sein. «Das war ein Spezi von mir. Ich hatte gesagt, wenn ich gewinne darf er sich an meinem Kopf zu schaffen machen und seinen künstlerischen Gefühlen freien Lauf lassen», verriet er nach dem Erstrunden-Aus im Teamevent und wollte den Helm gar nicht mehr abnehmen. «Es schaut nicht gut aus, das kommt wieder weg.»

Sieger
Slalom-Spezialist Felix Neureuther hat in Garmisch-Partenkirchen gewonnen.

Auch Maiers Gesamtbilanz für die deutschen Herren fiel ein Jahr vor der Heim-WM «nicht positiv» aus. «Wir haben nicht das erreicht, was wir wollten. Wir haben im Finale nur einen Läufer gehabt», sagte er. Bei seinem Besten hofft er auf weitere Fortschritte im Riesenslalom. Auch wenn der Technik-Spezialist nie ein so kompletter Fahrer wird wie der Schweizer Carlo Janka, der sich in Garmisch den Gesamtweltcup sicherte. «Wenn Felix an die Champions League im Herren-Rennsport ran will, muss er eine zweite Disziplin in den Griff bekommen.»

Kristallkugel
Reinfried Herbst küsst die Trophäe für den besten Slalomfahrer der Saison.

Mit Bestzeit im zweiten Lauf war der Lokalmatador Tags zuvor den ihm so vertrauten Gudiberg heruntergerast und hatte Weltmeister Manfred Pranger (Österreich) noch den Sieg entrissen. «Ich hatte oben einen kleinen Fehler und habe unten extrem auf die Tube gedrückt», sagte Neureuther nach dem Torlauf-Thriller, mit dem er zudem sein Preisgeldkonto auf 95 000 Euro aufstockte. Der Schlüssel zum Sieg war wie schon in Kitzbühel die innere Ruhe, zu der der sensible Athlet nach Rücktrittsgedanken um den Jahreswechsel gefunden hat. «Ich bin vom Kopf her viel stabiler geworden. Ich lass mich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen», erklärte Neureuther, der sich nach der Saison einem kleinen Eingriff am linken Knie unterziehen muss.

Vorlage
Manfred Pranger legte im ersten Durchgang die schnellste Zeit vor.

Platz fünf im Slalom-Weltcup als bisheriger Karrierebestwert war da eine schöne Entschädigung. Die kleine Kristallkugel gewann Reinfried Herbst (Österreich) vor Julien Lizeroux (Frankreich). Beste Voraussetzungen, um mit «dem Reini» und den anderen «Slalom-Jungs» eine ordentliche Sause zu starten. «Aber Halleluja», meinte Neureuther mit schelmischem Lächeln zu der geplanten Party, die dann «gar nicht so tragisch» wurde. «Es war einfach ein schöner Saisonausklang, noch 'mal mit allen anzustoßen.»

Halbzeit-Fünfter
Felix Neureuther kann sich nach dem ersten Lauf über die fünftschnellste Zeit freuen.

Mächtig stolz war er, 36 Jahre nach Vater Christian als zweiter Neureuther vor der eigenen Haustür gewonnen zu haben: «Es ist ja auch einmalig im Weltcup, dass Vater und Sohn am gleichen Ort gewinnen, das hat's noch nie gegeben. Und wir haben das in Kitzbühel geschafft und jetzt zum zweiten Mal.»

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