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Singapur

IOC-Präsident Rogge: «Wie ein Vater im Kreißsaal»

dpa

Jugendspiele-Ideengeber Jacques Rogge ist guter Hoffnung, dass die «kleinen» Olympischen Spiele in Singapur ganz groß rauskommen.

Zuversichtlich
Jacques Rogge ist der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

«Ich fühle mich wie ein Vater im Kreißsaal, der auf die Geburt seines Kindes wartet», sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kurz vor der Eröffnungsfeier für die 1. Olympischen Jugendspiele, die bis zum 26. August dauern werden.

«Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Doch ich bin optimistisch und überzeugt vom Konzept», sagte der Belgier. Sein Vorschlag für das Nachwuchs-Großprojekt wurde 2007 von der IOC-Session abgesegnet, nun wird es im asiatischen Stadtstaat erstmal auf der Weltbühne präsentiert. «Wir werden Fehler machen, doch wir werden es beim nächsten Mal besser machen.» Rogge ist davon überzeugt, dass es «der Start einer langen erfolgreichen Serie» wird. Für 2012 sind die Jugendspiele schon nach Innsbruck (Winter) und für 2014 nach Nanjing/China (Sommer) vergeben.

Das Interesse an den Jugendspielen sei bereits beträchtlich. Fernsehanstalten aus 166 Ländern und 247 Online-Dienste sowie insgesamt rund 1500 Journalisten würden von den Medaillenkämpfen der 3600 Nachwuchssportler aus 205 Ländern berichten. «Wir haben eine gute Präsenz und ein großes Publikum», meinte Rogge. Das IOC vergab die TV-Rechte allerdings kostenlos an die Fernsehanstalten. Dies dürfte deren Interesse wesentlich gefördert haben.

Fraglich ist, ob auch die Einwohner Singapurs zu begeistern sind und die 3600 Athleten aus 205 Ländern zwischen 14 und 18 Jahren – darunter 70 aus Deutschland – nicht vor halbleeren Zuschauerrängen kämpfen müssen. Bei einer Online-Umfrage im Ende Juli erklärten noch 88 Prozent der Befragten: «Ich bin nicht daran interessiert.»

Neben den Medaillenkämpfen ist ein Kultur- und Bildungsprogramm wichtiger Bestandteil der Jugendspiele. «Wenn ich der Vater dieser Spiele sein soll, dann hoffe ich, dass der erzieherische Teil dieser Jugendspiele einfacher wird, als die Erziehung meiner Kinder», sagte Rogge. Er will den jungen Athleten Fähigkeiten für ihre Karriere und ihr weiteres Leben mit auf dem Weg geben und Chancen eröffnen.

Den Organisatoren in Singapur, die rund 222 Millionen Euro und damit ein Vierfaches der veranschlagten Summe, für die Jugendspiele aufwenden, stellte er ein gutes Zeugnis aus. «Wir sind absolut begeistert», lobte Rogge. Das IOC steuert noch einen dreistelligen Millionen-Dollar-Beitrag zum Gelingen von Nachwuchs-Olympia bei.

Schließlich sind die Jugendspiele das zentrale Projekt, um die Jugend wieder mehr für Olympia zu begeistern. Bis zu den Athen-Spielen 2004 hatte das IOC ein nachlassendes Interesse der jungen Generationen festgestellt und erst seit Peking 2008 sowie Vancouver 2010 wieder eine wachsende Resonanz der Teenager registriert. «Wir haben die Spiele mit modernen Sportarten wie Snowboard im Winter oder Mountainbike im Sommer wieder attraktiver gemacht, das hat eine Menge junger Leute begeistert», erklärte Rogge. «Wir müssen aber weiter investieren, auch wenn es gut läuft.»

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