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    Monte Carlo

    IOC-Präsident Bach auf Reformkurs

    Den russischen Doping-Skandal hat IOC-Präsident Thomas Bach mit erprobter Krisenrhetorik vorerst abgehandelt.

    IOC-Boss
    Thomas Bach bekräftigte die Null-Toleranz-Politik des IOC im russischen Doping-Skandal.
    Foto: Sebastien Nogier - DPA

    Nach tagelanger Aufregung über systematisches Doping in Russland und Korruption im Leichtathletik-Weltverband (IAAF) parlierte der 60-Jährige beim olympischen Reformkongress in Monte Carlo über die IOC-Neuausrichtung, als ob es das Störfeuer nie gegeben hätte. Am Montag und Dienstag stimmt die außerordentliche Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die 40 Reformvorschläge ab, die das Geschäftsmodell Olympia in eine bessere Zukunft führen sollen.

    Bach kann den Tag der Entscheidung kaum erwarten. «Ich fühle mich wie ein Athlet vor einem Finale. Man trainiert mehr als ein Jahr lang und sehnt sich nach dem Beginn des Wettkampfes», sagte der Ober-Olympier aus Tauberbischofsheim zuversichtlich. Ernsthafte Opposition gegen seine Reformpläne «Agenda 2020» ist nicht zu erwarten. Neben der Gründung eines olympischen TV-Kanals will Bach vor allem die hohen Kosten für Olympia-Gastgeber und Bewerber reduzieren und das olympische Programm modernisieren. Auch Good Governance und Transparenz sind für ihn Schlüsselthemen.

    Seit seiner Amtsübernahme am 10. September vergangenen Jahres trieb Bach seine «olympische Agenda 2020» voran. «Wir haben eine lange Prozedur hinter uns und ich freue mich jetzt auf die Entscheidung», sagte der Wirtschaftsjurist.

    Die Doping-Affäre in Russland, die auch die olympische Bewegung beschmutzen könnte, war einen Tag vor Beginn der 126. IOC-Session im Grimaldi Forum nur ein Randthema - das kann sich aber schnell wieder ändern. Bach kündigte ein striktes Vorgehen auch «gegen Funktionäre, Ärzte und andere» an und ging wieder zur Tagesordnung über. Dafür schloss der Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes, Valentin Balachnitschew, juristische Schritte gegen die ARD nicht aus, die in der Doku «Geheimsache Doping» dunkle Machenschaften in der russischen Spitzensport, vor allem aber in der Leichtathletik anprangerten.

    Sein Verband prüfe derzeit «Möglichkeiten, die die russische und die deutsche Gesetzgebung gewährt, so Balachnitschew - einschließlich der Möglichkeit, jene Personen zur juristischen Verantwortung zu ziehen, die an der Verbreitung der verleumderischen Nachrichten schuld sind».

    Das IOC konzentrierte sich zum Abschluss der zweitägigen Sitzung der Exekutive lieber auf andere Themen. Die Ringe-Organisation konkretisierte den Zeitplan für die Bewerbungsphase um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024. Bis zum 15. September 2015 muss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine Kandidatur abgegeben haben. Bis zum 8. Januar 2016 hat der deutsche Dachverband Zeit, seine Unterlagen und die finanzielle Garantieerklärung beim IOC einzureichen.

    Die IOC-Exekutive wird im April/Mai 2016 entscheiden, welche der Bewerber zur entscheidenden Abstimmung über den Gastgeber der Spiele im Sommer 2017 zugelassen werden. Die Besuche der IOC-Evaluierungskommission sind für Februar und März 2017 geplant. Der DOSB will sich am 21. März 2015 in der Frankfurter Paulskirche festlegen, ob er mit Berlin oder Hamburg ins Rennen gehen will. «Wir wollten den Nationalen Olympischen Komitees und ihren Ländern Planungssicherheit geben», sagte Bach. Mögliche deutsche Gegner sind eine US-Metropole (Los Angeles, Boston, San Francisco oder Washington), Paris, Istanbul, Rom und Doha.

    IOC-Mitteilung zum Bewerbungsprozess

    Programm des IOC-Treffens

    Infos zur olympischen Agenda 2020

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