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    Berlin

    IOC-Ethikkommission prüft Scheich-Äußerung pro Bach

    Anderthalb Wochen vor der Wahl des IOC-Präsidenten will die Ethikkommission drei Monate alte TV-Äußerungen von Spitzenfunktionär Scheich Ahmad al-Sabah prüfen.

    Thomas Bach
    DOSB-Präsident Thomas Bach strebt das Amt des IOC-Vorsitzenden an.
    Foto: Frank Rumpenhorst - DPA

    Das einflussreiche IOC-Mitglied aus Kuwait hatte sich in einem Beitrag der ARD-Sendung «Monitor» offen als Unterstützer der Kandidatur von Thomas Bach präsentiert, der derzeit Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds ist. Ein öffentliches Werben für einen der sechs Kandidaten verstößt gegen IOC-Regeln.

    Das IOC habe den Bericht des Senders angefordert und wolle sich noch in dieser Woche mit der Causa beschäftigen, teilte die Organisation auf dpa-Anfrage mit. Zuvor hatte dies die «Süddeutsche Zeitung» in ihrer Wochenendausgabe berichtet. Es wird damit gerechnet, dass das Gremium al-Sabah auf bestehende Regeln hinweist. Eine weitere Sanktion ist nicht zu erwarten.

    Die Aussagen seien bereits Ende Mai am Rande des Sportkongresses SportAccord in St. Petersburg in Unkenntnis der IOC-Bestimmungen gefallen und seien dann in Kenntnis der IOC-Regeln nach Absprache mit den Autoren des Beitrags zurückgezogen worden, erklärte ein Vertreter des Scheichs. Dieser Darstellung widerspricht der WDR. «Die Behauptung, Scheich Ahmad al-Sabah habe das Interview zurückgezogen, ist schlichtweg falsch», sagte eine WDR-Sprecherin. Al-Sabah behält sich rechtliche Schritte vor, auch gegen die weitere Verbreitung des Beitrags.

    In dem am Donnerstagabend ausgestrahlten «Monitor»-Beitrag hatte al-Sabah erklärt: «Wir werden an unserer Vision, unserem Fahrplan festhalten, und wir haben eine Verabredung, seit zwölf Jahren. Daher werde ich offen sein: Ich bin Unterstützer von Thomas Bach. Ich bin dafür, dass Dr. Bach der nächste Präsident wird.» Auf Nachfrage, was das konkret bedeute, antwortete al-Sabah: «Ich mache alles, was helfen kann. (...) Warten sie ab. Bis September.»

    Die 125. IOC-Vollversammlung entscheidet am 10. September in Buenos Aires, wer als neunter IOC-Präsident die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge antreten wird. Der Banker Richard Carrion (Puerto Rico) und Ng Ser Miang (Singapur) gelten als Bachs härteste Rivalen im Sechskampf um das wichtigste Amt im Weltsport. Denis Oswald (Schweiz), Sergej Bubka (Ukraine) und Wu Ching-Kuo (Taiwan) werden nur Außenseiterchancen eingeräumt.

    Monitor-Sendung in ARD-Mediathek

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