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    Internet-Mobbing: So helfen Eltern ihrem Kind

    München (dpa/tmn) - Für wüste Beleidigungen reichen manchmal ein paar Wörter: Die Lästerwebseite «iShareGossip» ruft Jugendliche dazu auf, vermeintlich anonym Gerüchte über andere Schüler zu streuen. Das sorgt jetzt für große Empörung bei Eltern. Was können sie tun?

    Lästerwebseite «iShareGossip»
    Über die Verleumdungen auf «iShareGossip» sind Eltern empört. Sie sollten aber nicht anfangen, ihre Kinder im Internet zu überwachen. (Bild: dpa)
    Foto: DPA

    In den vergangenen Wochen waren auf der Läster-Website Verleumdungen in großem Stil aufgetaucht und hatten für Empörung bei Eltern und Politikern gesorgt. Mit Verboten und Nachspionieren kommen Erwachsene bei solchen Portalen aber nicht weiter, glaubt Diplompsychologin Christa Gebel: «Ich rate Eltern, Interesse zu signalisieren, aber nicht ihr Kontrollbedürfnis in den Vordergrund zu stellen», sagte die Mitarbeiterin am Institut für Medienpädagogik in München.

    Eltern könnten stattdessen fragen: «In welchen Communitys bist du angemeldet und wie nutzt du sie?», so Gebel. Das Kind heimlich auszuspionieren und seinen Namen bei einer Suchmaschine einzugeben, lehnt die Psychologin ab. Haben Eltern und Kinder beispielsweise beide ein Profil bei Facebook oder einem anderen sozialen Netzwerk eingerichtet, sollten Mutter und Vater dies nicht zur Nachforschung nutzen. Jugendliche hätten ein Recht auf ihren eigenen Raum. «Wenn Sie gemeinsame Netzwerke nutzen, sollte lieber gefragt werden: 'Darf ich mir dein Profil anschauen?'».

    Um sich aber überhaupt ein Bild über Portale wie Isharegossip.com machen zu können, sollten Eltern den Seiten durchaus selbst einen Besuch abstatten. Dabei gehe es nicht darum, dem Kind hinterherzuspionieren, sondern das Ausmaß einschätzen zu können. Solche Recherchen müssten Eltern ihren Kindern nicht unbedingt mitteilen. Auch wenn die Portale bei jüngeren Kindern noch unbekannt sind, sollten Eltern sich besser zurückhalten: «Wenn sie es nicht kennen, würde ich die Seite meinen Kindern erstmal nicht zeigen und sie darauf aufmerksam machen.»

    Am Donnerstag (24. März) hatte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder angekündigt, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Isharegossip.com auf ihren Index gesetzt hat. Damit erscheint die Plattform nicht mehr bei Suchmaschinen wie Google oder Yahoo. Einfach verschwinden wird das Lästerportal dadurch aber nicht, da die Server in Schweden stehen.

    Sind Kinder von den Gerüchten im Internet betroffen und vertrauen sich ihren Eltern an, sollten diese das auf keinen Fall abtun: «Tipps wie 'Ignoriere das doch, mach dir keinen Kopf' helfen dem Kind nicht weiter», sagt Gebel. Fiese Hänseleien bis hin zu Mobbing seien zwar kein neues Phänomen, erreichten aber durch das Internet eine neue Permanenz. Wer was über wen gesagt hat, ist auch noch nach Monaten nachvollziehbar. In einem ersten Schritt sollten sich Eltern bei Mobbing an den Klassenlehrer oder Schulpsychologen wenden.

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