Archivierter Artikel vom 30.05.2011, 12:30 Uhr

Internationale Pressestimmen zum FIFA-Skandal

Berlin (dpa). Die Nachrichtenagentur dpa hat die Internationalen Pressestimmen zum FIFA-Skandal zusammengestellt.

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SCHWEIZ:

«Basler Zeitung»: «Die Fifa liegt am Boden. Was für die einen die schönste Nebensache der Welt ist, bedeutet für die anderen ein gigantisches Geschäft – notfalls muss man halt mit ein paar Tausendernoten nachhelfen. (...) Nach den neuesten Enthüllungen und Verfehlungen liegt der Weltfußballverband in Trümmern.»

«Blick»: «König Sepp bleibt König Sepp. Wer mit Blatter in den Ring steigt, der sollte wissen, worauf er sich einlässt. Kein Sportfunktionär lobbyiert schlauer als dieser Fuchs. Und keiner zieht sein Netz der Macht geschickter und skrupelloser über alle Kontinente. Kurz: Das Intrigenspiel, das in den letzten Wochen rund um die Macht im Weltfussball gespielt wurde, ist genau sein Spiel. Niemand beherrscht es so gut wie er.»

«Neue Zürcher Zeitung»: «Blatter trotzt den Stürmen. Aber weiß bleibt auch das Hemd Blatters kaum, unter dessen Leitung die Fifa in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise geschlittert ist. Man weiss nicht, ob und wann noch mehr an die Oberfläche kommt.»

GROSSBRITANNIEN:

«The Guardian»: «Nach fast 13 Jahren als Präsident der FIFA, personifiziert Blatter in den Augen vieler Fußball-Fans alles, was an dem populärsten Sport der Welt nicht stimmt. Aber beim Kongress in Zürich wird er am Mittwoch mit Beifall wiedergewählt.»

«The Independent»: «FIFA-Pate Sepp Blatter ist die Fußball-Funktionär-Version von Barcelona: wer sich ihm in den Weg stellt, wird zerstört.»

«Daily Mirror»: «Ein Stalinesker Schauprozess. Blatter wurde nur vor Gericht gezogen, um entlastet zu werden, während zwei früheren Verbündeten, die nun bittere Feinde sind, kurzer Prozess gemacht wurde.»

«The Times»: «Ein neuerlicher Triumph für Sepp Blatter. Sein Weg ist nun frei für eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten.»

ITALIEN:

«La Gazzetta dello Sport»: «Korruption und Verrat. Blatter ist in der FIFA ohne Gegner. Der wegen Bestechungsgelder in Schwierigkeiten geratene Bin Hammam zieht seine Kandidatur zurück. Aber diese vor der ganzen Welt ausgebreitete Schande hat noch nicht ihren Tiefpunkt erreicht. Unglaublich: Blatter wurde freigesprochen. Noch bezieht sich diese ekelerregende Geschichte nur auf die Präsidentenwahl und nicht auf die skandalöse Vergabe der WM 2022 an Katar. Diese Geschichte wird noch aufgerollt werden müssen.»

RUSSLAND:

«Kommersant»: «Sepp Blatter hat vorzeitig gewonnen. (...) Bin Hammam muss sich nun weniger um die Reputation der FIFA sorgen als vielmehr um seine eigene Zukunft im Fußball.»

«Moskowskije Nowosti»: «Für Blatter gespielt: (...) FIFA-Präsident Joseph Blatter und Russlands Regierungschef Wladimir Putin haben die Weisheit der Sportthese belegt, dass Angriff die beste Verteidigung ist. (...) Russland hat mit dem Skandal nichts zu schaffen, aber das hinderte Premier Putin nicht daran, zu Blatters Verteidigung zu eilen.»