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Berlin

Interesse an Brustvergrößerungen scheint wieder zu steigen

dpa

Nach dem Skandal um mangelhafte Implantate scheint das Interesse an Brustvergrößerungen wieder zuzunehmen. Einer repräsentativen Umfrage unter Patienten zufolge stieg die Nachfrage im Vergleich zu anderen Schönheits-OPs.

Nachsorge bei Brust-OP
Bei einer Schönheits-OP sind viele Nachsorge-Untersuchungen nötig. Nach einer Brust-OP sollte etwa die Wundheilung und der Sitz des BHs kontrolliert werden.
Foto: Franziska Gabbert – dpa

Die Ergebnisse stellte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) nun vor. Demnach kündigten 17,8 Prozent der befragten Patienten an, sich die Brüste mit Implantaten vergrößern lassen zu wollen. Im Vorjahr planten das lediglich 15,4 Prozent.

Die Nachfrage war nach DGÄPC-Angaben in den vergangenen Jahren stets zurückgegangen. Als Grund dafür nannte die Gesellschaft den Skandal um Brustimplantate mit Billigsilikon. Im Jahr 2010 war bekanntgeworden, dass die französische Firma PIP Implantate mit Industriesilikon gefüllt hatte. Sie waren allein in Deutschland etwa 5000 Frauen eingesetzt worden.

Häufig sei der Leidensdruck der Patientinnen zudem so groß, dass sie sich trotz möglicher Vorbehalte für eine OP entschieden. «Allerdings greifen immer mehr Frauen auf Brustvergrößerungen mit Eigenfett zurück», sagte von Saldern. Mit 4,4 Prozent der Patientinnen fragten demnach mehr Frauen diese Alternative nach als noch im Vorjahr (3,2 Prozent). Generell sei ein Trend zu sanfteren Methoden zu beobachten: «Die Patienten haben grundsätzlich den Wunsch, ein Maximum an Effekt mit einem Minimum an Aufwand zu haben.» Zudem sei das Angebot in dem Bereich weiter gestiegen.

Brustvergrößerungen mit Implantat sind weiterhin die beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen. Außerdem steht hierzulande die Lidstraffung hoch im Kurs (13,3 Prozent), gefolgt von der Fettabsaugung (10,4). Separat betrachtet lassen sich Männer am liebsten die Lider straffen. Es folgen die Fettabsaugung sowie Hals-, Stirn- oder Facelifting.

Bei Schönheits-OPs kommt es auf die Nachsorge an

Wer sich für eine Schönheitsoperation entscheidet, sucht sich am besten einen Chirurg im Umkreis von 200 Kilometern. Denn neben den Beratungsgesprächen vorab und dem Eingriff selbst sind auch viele Nachsorgeuntersuchungen nötig, erklärt Jens H. Baetge von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

Baetge kontrolliert das Ergebnis etwa nach einer Brustoperation in den ersten zwölf Monaten nach dem Eingriff achtmal. Dazu gehört etwa die Wundheilung und den Sitz des BHs zu prüfen. Das ist einer der Gründe, weshalb Baetge von Eingriffen im Ausland abrät. Die OP im Ausland machen zu lassen und die Nachsorge von einem Chirurgen in Deutschland, ist eher nicht praktikabel: «Für den Arzt, der die Nachsorge übernimmt, ist das ein großes Risiko.»

Laut einer repräsentativen Befragung der DGÄPC kommt für jeden Fünften eine OP im Ausland bei einem guten Preis (5,2 Prozent) oder bei einem qualifizierten Arzt (15,3 Prozent) infrage. Qualifikation des Arztes hin oder her: Man sollte immer an die mögliche Sprachbarriere denken, sagt Baetge. An wen kann man sich wenden, wenn etwas schiefgegangen ist oder das Ergebnis ganz anders als besprochen? Zum Thema Kosten gibt Baetge zu bedenken: «Auch im Ausland hat Qualität ihren Preis.»

Vorsicht sollte man auch im Inland bei der Wahl des Chirurgen walten lassen: Etwa «Schönheitschirurg», «Kosmetischer Chirurg» oder «Ästhetischer Chirurg» sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Als «Facharzt für Plastische Chirurgie», «Plastischer Chirurg», «Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie» oder «Plastischer und Ästhetischer Chirurg» dürfen Mediziner sich dagegen nur bei entsprechender Ausbildung bezeichnen. Fachgesellschaften wie die DGÄPC versenden auf Anfrage auch Listen ihrer Mitglieder.

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