Archivierter Artikel vom 01.07.2010, 12:24 Uhr
Hamburg

Immer mehr Kinder mit Rückenschmerzen

Immer mehr Kinder leiden nach Einschätzung von Ärzten schon in jungen Jahren unter Rückenschmerzen. Die Beschwerden beginnen oft schon bei der Einschulung und sind besonders ausgeprägt im Alter von 11 bis 14 Jahren.

Lesezeit: 1 Minuten

Das ergab eine bundesweite Forsa-Umfrage unter 100 Kinder- und Jugendärzten im Auftrag der Krankenkasse DAK in Hamburg. Demnach sind 13 Prozent der Mediziner der Ansicht, dass die Zahl der Kinder mit Rückenschmerzen in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen hat und 44 Prozent, dass es zumindest eine leichte Steigerung gibt.

Als häufigste Ursachen vermuten die Ärzte, dass sich die Kinder zu wenig in der Freizeit bewegen (98 Prozent) sowie Medien und PC intensiv nutzen (95 Prozent). Nach Ansicht der Mediziner regen auch die Eltern die motorische Entwicklung ihrer Kinder nicht genug an (91 Prozent). Als weitere Ursachen nennen sie zu wenig oder schlechten Schulsportunterricht (60 Prozent) sowie schlechte oder falsche Ernährung (53 Prozent).

Während Kinder bis 5 Jahre der Umfrage zufolge beschwerdefrei sind, haben sechs Prozent der 6- bis 8-jährigen schon Rückenprobleme. Bei den 9- bis 10-Jährigen sind es 15, bei den 11- bis 12-Jährigen schon 21 und bei den 13- bis 14-Jährigen sogar 40 Prozent. Von den 15- bis 16-Jährigen sind zehn Prozent betroffen.

Den Sportmediziner Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln verwundert die Zunahme der Rückenbeschwerden in jungem Alter nicht. Im Schnitt gingen Kinder heute nur noch 900 Meter pro Tag, säßen dafür aber fast vier Stunden vor dem PC oder Fernseher, sagt er.

Der Körper brauche aber ständig Bewegungsreize, um fit zu bleiben. Das gelte auch für Kinder: Sie sollten sich einfach mehr bewegen, indem sie hüpfen, klettern oder springen. Eltern müssten auch in Sachen Bewegung ein Vorbild sein und die Kleinen mit dem «Bewegungsvirus» infizieren, rät Froböse.

Forsa-Umfrage: dpaq.de/rueckenschmerz_kinder