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München

Im NSU-Komplex gibt es viele Hinweise auf Kindesmissbrauch

Am Fundort von Peggys Leiche fanden sich DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt. Das ist nicht der einzige mögliche Zusammenhang zwischen toten Kindern und Vorwürfen zu Kindesmissbrauch im Komplex «Nationalsozialistischer Untergrund».

- Am 6. Juli 1993 verschwand in Jena ein neun Jahre alter Junge. Zwölf Tage später wurde seine Leiche in einem Gebüsch am Saaleufer gefunden. Unter Verdacht geriet ein Mann, der zwanzig Jahre später wegen seiner mutmaßlichen Rolle als Waffenbeschaffer beim NSU-Prozess in München aussagen musste, ein Schulfreund des späteren mutmaßlichen Terrormörders Böhnhardt und Mitglied derselben kriminellen Jugendgang in Jena. Damals bezichtigte er bei der Polizei Uwe Böhnhardt, das Kind ermordet zu haben. Die Tötung des Jungen ist bis heute nicht aufgeklärt. Der Vorgang findet sich in den Akten des NSU-Prozesses.

- Ein anderes Beispiel ist Tino Brandt. Er war es, der in den 1990er Jahren die harte rechtsextreme Szene in Thüringen organisierte, auch die «Kameradschaft» von Böhnhardt, Mundlos und Beate Zschäpe. Vor zwei Jahren wurde Brandt wegen Missbrauchs von Kindern in 66 Fällen sowie Förderung der Prostitution zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Brandt war außerdem jahrelang Geheimdienst-Informant des Thüringischen Verfassungsschutzes.

- Es gebe weitere Hinweise auf missbrauchte Kinder um den NSU, sagt Rechtsanwalt Yavuz Narin, der die Familie eines der ermordeten NSU-Opfer vertritt. Einige davon fänden sich in den Prozessakten. Darunter ein Mann, der in der Szene als Sprengstoffexperte galt und Zeuge im NSU-Prozess war. In seiner Vernehmung räumte er ein, einmal einen Job verloren zu haben, weil an seinem Arbeitsplatz von ihm gezeichnete Collagen von zerstückelten Kindern gefunden worden seien.

- Und schließlich fanden sich auf einer Festplatte, die im Brandschutt der Fluchtwohnung des NSU-Trios in Zwickau gefunden wurden, Dateien mit Kinderpornografie. Das war im NSU-Prozess schon einmal Thema. Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, der ebenfalls Opfer-Angehörige vertritt, will es erneut dazu machen. Er kündigte einen Beweisantrag an, um herauszufinden, «wer Kenntnis hatte und wer es draufgeladen hat – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe oder alle drei».

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