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Sinn

Huskys besuchen in Sinn die Schlittenhundeschule

Vorfreude auf vier Pfoten: Die Huskys heulen, jaulen und wedeln vergnügt mit den Schwänzen. Den Hunden kann es gar nicht schnell genug gehen, vor den Schlitten gespannt zu werden und ihn durch den Schnee zu ziehen.

Schule für Schlittenhunde
Marco und Esther Binnefeld betreiben in Sinn eine Schule für Schlittenhunde und eine Hundepension. (Bild: dpa)

Davon ist in den vergangenen Tagen auch im mittelhessischen Sinn genug gefallen. Die Tiere gehören Marco und Esther Binnefeld, die in Sinn eine von deutschlandweit fünf Schulen für Schlittenhunde führen.

«Gerade! Gee! Haw!» Das sind einige der Kommandos, mit denen das Paar seine Hunde lenkt. Die Tiere geben Tempo und ziehen den Schlitten rasant über die verschneite Wiese. Zügel oder eine Leine benutzen die Schlittenfahrer nicht für ihr Gespann. «Das einzige, was du hast, ist deine Stimme», erklärt die 43-jährige. Ein guter Schlittenhund gehorche und laufe so lange geradeaus, bis er ein neues Kommando wie «Gee» für rechts oder «Haw» für links höre.

Das Paar führt seit 2004 neben einer Hundepension und «normalen» Schule auch eine speziell für Schlittenhunde. Husky-Besitzer bringen ihre Tiere, um zu lernen, wie sie die vierbeinigen Energiebündel besser auslasten können. «Huskys sind Arbeitshunde», erläutert der 39 Jahre alte Marco Binnefeld. Stundenlanges Laufen sei für sie ein Leichtes – schließlich sei die Rasse dafür gezüchtet worden.

«Nur ein ausgelasteter Husky ist ein zufriedener Husky», sagt Esther Binnefeld. In der Schule lernen daher die Herrchen und Frauchen, wie sie ihre Tiere glücklicher machen können – und die Fellträger, was es heißt, ein Schlittenhund zu sein. Bei ihren eigenen Tieren beginnt die Ausbildung bereits im Welpenalter. Die Binnefelds halten auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Dill und Wiesen 22 Hunde. Alle paar Jahre kommt in ihrem «Sinner Pfotendorf» Nachwuchs zur Welt. Gezüchtet werde mit allen Papieren, hauptsächlich aber für den eigenen Bedarf.

Die Huskys, die sich nach den Worten von Esther Binnefeld durch eine große Portion Eigensinn auszeichnen, müssen zuerst lernen, auf ihren Namen zu hören. Disziplin ist oberstes Gebot. In den kommenden Jahren werden die angehenden Schlittenhunde behutsam und Schritt für Schritt an ihre Aufgabe herangeführt. Schon ein negatives Erlebnis wie unvorhergesehenes Einbrechen im Schnee oder ein Sturz könne ein Jungtier das Schlittenziehen für immer verleiden. Fünf bis sechs Jahre dauert es, bis ein Husky zu einem Leithund geworden ist, auf den 100 Prozent Verlass ist.

Ein Gespann, zu dem bis zu 14 Tiere gehören können, wird immer nur von einem Hund angeführt. Der setzt die Kommandos des Fahrers um. «Die anderen sind die Mitläufer», erklärt Marco Binnefeld. Ein Husky – zwischen 17 und 28 Kilo schwer – kann das Zehnfache seines Körpergewichts ziehen. Die Tiere schaffen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 38 Stundenkilometer. In der Regel ziehen sie die Schlitten aber im «Wolfstrab» mit durchschnittlich 16 Stundenkilometer.

Für Marco Binnefeld ist das Schlittenfahren eine Passion. Seine Frau betont: «Das ist nicht einfach nur ein Hobby. Das ist eine Lebenseinstellung.» Dem Ehepaar bedeutet es viel, mit den Vierbeinern als Team durch die Natur zu gleiten. Das Schönste dabei sei «das absolute gegenseitige Vertrauen zwischen Mensch und Tier». Ein Schlittenhundefahrer – oder «Musher» – müsse sich darauf verlassen können, dass der Leithund macht, was er soll.

So wie Aniak. Der erfahrende Leithund nimmt sofort brav die Linkskurve, als Esther Binnefeld auf dem Schlitten stehend das Kommando gibt. Die drei anderen Huskys folgen augenblicklich und der Schlitten saust mit einem leisen Zischen über den Schnee.

Die Hundetrainerin bekam ihren ersten Husky 1997 – und war der Rasse sofort verfallen. Allerdings merkte sie schnell, dass die Haltung der eigenwilligen Tiere nicht einfach ist und suchte Rat bei Gleichgesinnten. Über die kam sie zum Schlittenhundesport. Ihr Mann hatte sich bereits einige Jahre früher in einen Welpen verliebt. Den Schlittenhundesport lernte er über einen Züchter kennen.

Die Binnefelds spannen ihre Huskys zwischen September und März vor die Schlitten, fürs Training, für Wettbewerbe oder Wandertouren. Wenn der Schnee taut, werden die Hunde vor Gefährte mit Reifen gespannt. Sobald im Frühjahr das Thermometer über zehn Grad steigt, ist die Saison beendet. Denn Wärme mögen Huskys, die aus Sibirien und Alaska stammen, gar nicht.

Weitere Infos zur Hundeschule: www.sinner-pfotendorf.de

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