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Oberhof

Hoppe drückt Lange-Team die Daumen

Wenn die olympischen Bobrennen beginnen, wird René Hoppe die bittere Enttäuschung wieder spüren. Darauf hat sich der 33 Jahre alte Stamm-Anschieber des deutschen Fahnenträgers und Ausnahme-Piloten André Lange seelisch und moralisch schon eingestellt.

«Mittlerweile habe ich es ein bissel verdaut, dass kurz vor der Abreise nach Vancouver eine alte Wadenverletzung wieder aufgebrochen ist und ich passen musste. Doch wenn ich vor dem Fernseher sitze und die Jungs fahren sehe, werde ich unweigerlich wieder mit der Sache konfrontiert», sagte Hoppe im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Es ist schon traurig. Nach dem misslungenen Saisonauftakt haben wir uns aus dem tiefen Tal rausgekämpft. Und jetzt dieser herbe Rückschlag», meinte der Modellathlet, der nun zwangsweise im heimischen Floh-Seligenthal die Rennen verfolgen muss. Bereits im vergangenen Frühjahr war er an der Bandscheibe operiert worden. «Ich habe in meiner Laufbahn vielleicht zu viele der schweren Bobs geschleppt», sagte Hoppe damals. Bis zum Winteranfang hatte er es mit Geduld und harter Arbeit wieder in Langes Stamm-Formation geschafft. «Die neue Verletzung geht auch vom Rücken aus. Ein Nerv ist angeschwollen», begründete er den Ausfall.

René Hoppe gehörte von den ersten internationalen Erfolgen Langes zu dessen Crew. 2000 schob er ihn zum ersten EM-Titel im Zweier sowie zu WM-Gold im Vierer und Silber mit dem kleinen Schlitten. Seitdem sammelte er mit Lange insgesamt 15 internationale Medaillen. Das Vierer-Rennen in Vancouver sollte wie für den drei Jahre älteren Piloten der krönende Abschluss seiner Laufbahn werden. «Ob ich aufhöre, wollte ich von den Ergebnissen abhängig machen. Definitiv entschieden habe ich noch nichts, doch ich denke schon, dass ich Schluss mache», erklärte Hoppe, der im Januar mit dem Lange-Vierer nochmals Europameister geworden war.

Trotz seiner Enttäuschung drückt René Hoppe seinen Trainings-Kollegen ganz fest die Daumen drücken. «Im Vierer wird Alexander Rödiger meinen Platz ausfüllen. Und hoffentlich haben sie Erfolg», betonte der olympische Pechvogel, der per Skype und SMS den Kontakt nach Kanada hält. Nur 2006 war er bei Olympischen Spielen dabei, gehörte zum Gold-Quartett. 2002 verhinderte eine Knieverletzung seinen Start. Diesmal ist es die Wade.

«Dabei hatte ich mich so auf die sehr schöne Bahn in Whistler gefreut. Da geht's richtig ab», beschrieb er seine Erinnerungen an den schnellsten Eiskanal der Welt. «Die werden auch nicht dadurch getrübt, dass wir gestürzt sind. Das hatte aber nichts mit der Bahn zu tun. Deshalb bin ich überzeugt, dass die Jungs die Bahn – hoffentlich goldig – in den Griff bekommen.»

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