Archivierter Artikel vom 20.07.2013, 17:45 Uhr
Barcelona

Homuth und Wolfram im WM-Finale vom Ein-Meter-Brett

Als Kieu Duong und Tina Punzel gefasst ihr Vorkampf-Aus im Synchronwettbewerb erklärten, stimmte sich Martin Wolfram wenige Meter entfernt frohgemut auf seine Qualifikation ein.

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Finale erreicht
Oliver Homuth springt bei der WM vom Ein-Meter-Brett.
Foto: David Ebener – DPA

Aufwärmen auf dem Trampolin und an der Sprossenwand, dazu Dehnübungen – rund fünf Stunden später hatte der Wasserspringer zusammen mit Oliver Homuth im Glutofen Barcelona und nach reichlich Zittern das WM-Finale vom Ein-Meter-Brett erreicht. «Das schlaucht ganz schön bei den Temperaturen. Da fühlt man sich schneller schlapp», erklärte Wolfram, der sich für den schier endlos langen Wettkampf mit viel Musik und einem Gameboy ausgestattet hatte.

Rang acht mit 362,20 Punkten hieß es am Samstag für den starken Homuth. «Steigerungspotenzial ist definitiv noch da», erklärte der Berliner. «Ich will einfach noch mal eine Kohle drauflegen.» Fast gleichauf mit 361,50 Punkten sprang für Wolfram Platz neun heraus. «Die Nervosität hat mich ein bisschen fest gemacht», gestand der Dresdner.

Als Zweiter (Wolfram) und Dritter (Homuth) hatten die beiden bei der EM in Rostock vor einem Monat aufhorchen lassen. WM-Edelmetall ist aber gegen die Konkurrenz aus Übersee unrealistisch. Dagegen soll am Sonntag im Synchronwettbewerb vom Turm durch das Duo Patrick Hausding und Sascha Klein die erste Plakette der deutschen Springer auf dem Montjuïc her. «Der Kampf um die Medaillen wird sehr spannend», prognostizierte Bundestrainer Lutz Buschkow.

Das war für die EM-Vierten Duong und Punzel nicht das Ziel. Aber das Finale vom Drei-Meter-Brett hätte es schon sein können. 251,80 Punkten reichten für den 13. Platz; 1,17 Zähler fehlten dem Duo zum Endkampf. «Von der Synchronität war es nicht so, wie wir es uns erhofft hatten», sagte Duong nach ihrem ersten WM-Start überhaupt. Sie springt in Barcelona noch vom Turm. Punzel will sich nun als Einzel-Europameisterin vom Drei-Meter-Brett in dieser Disziplin behaupten und ist auch bei der Ein-Meter-Konkurrenz dabei. «Ich konnte es relativ schnell abhaken und werde mich jetzt aufs Einzel konzentrieren», sagte die 17-Jährige.

Danach durfte Punzel den Auftritt ihres Freundes Oliver Homuth verfolgen. Der vergab mit einem missglückten dreieinhalbfachen Salto vorwärts zum Abschluss eine bessere Vorkampf-Platzierung unter den 43 Teilnehmern. Wolfram, der wegen Rückenschmerzen über 40 Spritzeneinstiche in den vergangenen Tagen über sich ergehen lassen musste, hatte nach dem schlechten zweieinhalbfachen Salto rückwärts gehockt lange um das Finale bangen müssen. «Ich hatte zwischenzeitlich die Hoffnung fast verloren», schilderte der 21-Jährige. Nachdem er sich bei Olympia die Schulter ausgekugelt hatte, springt er diese Saison nur vom Ein-Meter-Brett.

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