Archivierter Artikel vom 23.01.2014, 15:00 Uhr

Hirscher mit gemischten Gefühlen nach Sotschi

Wengen (dpa). Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher fährt mit gedämpfter Vorfreude zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi.

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Kritisch
Marcel Hirscher fährt mit einem mulmigen Gefühl nach Sotschi.
Foto: Peter Schneider – DPA

«Eigentlich sollte man als Sportler mit einer Freude zu Olympia fahren, dass es besser nicht geht. Aber natürlich mache auch ich mir meine Gedanken», sagte der Salzburger in einem Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA und betonte: «Und alleine schon, dass ich mir Gedanken mache, ist eigentlich schon traurig. Die Unruhe im Vorfeld ist nicht so cool.» Zuletzt hatte sich auch Hirschers deutscher Konkurrent Felix Neureuther kritisch geäußert.

«Dass wir darüber nachdenken, ob Freunde mitfliegen sollen, ob die Familie mitfliegen soll – das sind Gedanken, die wir uns eigentlich nicht machen sollten. Denn das sollte bei einem Fest wie Olympia selbstverständlich sein», sagte Hirscher.

Nicht nachvollziehen kann der zweimalige Gesamt-Weltcupsieger die Diskussionen um einen Olympia-Boykott. «Es ist ja fast schon so, dass wir Sportler uns rechtfertigen müssen, dass wir da überhaupt hinfahren. Das halte ich für einen schlechten Witz und einen Wahnsinn», sagte Hirscher. Die Verantwortung liege beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). «Da müssen sich die Personen Gedanken machen, die die Spiele vergeben. Es kann nicht sein, dass danach ein Sportler kritisiert wird, nur weil er zu den Olympischen Spielen reist», sagte der Skifahrer aus Salzburg.