Archivierter Artikel vom 06.11.2012, 19:44 Uhr

Hintergrund: Kein Einzelfall

Schüler werden häufig Opfer von Mobbing. Ein zermürbender Nervenkrieg treibt manche zu Verzweiflungstaten. Aufsehen erregt insbesondere das Mobbing von Mitschülern im Internet, wo die große Verbreitung das Problem oft verschärft.

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Einige dramatische Fälle:

Oktober 2012:

Jahrelang wird Amanda Todd im kanadischen Port Coquitlam in der Schule und im Internet gehänselt. Die Angriffe werden immer schlimmer, Todd bekommt Panikattacken und Depressionen, flüchtet sich in Alkohol und Drogen. Mehrmals wechselt sie die Schule, mit 15 Jahren nimmt sie sich das Leben. Ein zuvor veröffentlichtes Video als letzter Hilferuf des Mädchens wird weltweit zum Symbol gegen Cybermobbing.


September 2012:

In den Niederlanden löst der sogenannte Facebook- Mord Entsetzen aus. Die 15 Jahre alte Winsie aus Arnheim hat auf dem Netzwerk Facebook verbreitet, dass ihre Freundin Polly Sex mit mehreren Jungen hatte. Polly will sich angeblich rächen und schmiedet mit ihrem Freund ein Mordkomplott. Am 14. Januar ersticht der 15-Jährige Winsie. Im September wird er zu einem Jahr Jugendgefängnis und drei Jahren Zwangstherapie verurteilt.


März 2011:

Eine 18-Jährige wird in Berlin von Mitschülerinnen auf der inzwischen indizierten berüchtigten Internetplattform Isharegossip längere Zeit schwer beleidigt. Ihr 17- jähriger Freund will die Angriffe beenden und verabredet sich mit anderen Schülern zu einer Art Schlichtungsgespräch. Dabei tauchen etwa 20 Jugendliche auf und prügeln den 17-Jährigen krankenhausreif. Sechs mutmaßliche Täter nimmt die Polizei fest.