Archivierter Artikel vom 05.08.2010, 16:24 Uhr

Hessen-Derby: Offenbach als Favorit nach Wiesbaden

Frankfurt/Main (dpa). Als klarer Favorit geht Kickers Offenbach ins brisante Hessen-Derby der 3. Fußball-Liga beim SV Wehen Wiesbaden. Nach drei Siegen und 8:1 Toren übernahm das Team von Trainer Wolfgang Wolf die Tabellenführung.

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Ungeschlagen sind auch noch die Gastgeber, die sich nach zwei 1:0-Erfolgen zu einem 1:1 bei Wacker Burghausen quälten, aber den fünften Platz verteidigten. Zufriedenheit strahlten die Trainer trotz des guten Starts in die Saison nicht aus. «Wir sind auf einem guten Weg, aber ich habe einige Dinge gesehen, die mir überhaupt nicht gefallen haben», sagte Wolfgang Wolf nach dem deutlichen 4:1 gegen den FC Bayern München II und kündigte nach der «englischen Woche» ein Straftraining an. «Wir haben zwei Punkte verschenkt», grantelte auch SVWW-Coach Gino Lettieri nach dem Unentschieden in Burghausen.

«Das Derby wird eine große Herausforderung», meinte OFC-Sportmanager Andreas Möller. Rund 4000 Kickers-Fans wollen ihre Mannschaft in die Landeshauptstadt begleiten. «Da werden wir eine tolle Atmosphäre haben», erklärte Möller. Wolf erwartet ein hartes Spiel. «Wir werden auf einen Gegner treffen, der versucht, unser Spiel zu zerstören. Die Wehener werden um jeden Meter kämpfen. Wir müssen den Kampf annehmen. Dann sehen wir, wer die bessere Mannschaft ist», sagte der erfahrene OFC-Trainer, der keine personellen Sorgen hat. «Momentan sind alle fit», meinte der 52-Jährige.

Wehen Wiesbaden wird gegen den Spitzenreiter auf die bisher überzeugende Defensive setzen. In Burghausen gab es aber den ersten Patzer. «Da waren wir zu gemächlich», sagte Lettieri, der gegen Offenbach eine konzentrierte Leistung fordert. Erheblichen Nachholbedarf haben die Stürmer. Auch in Burghausen war der Angriff ein laues Lüftchen. «Wir haben zu viele Torchancen versiebt», kritisierte der italienische Coach vor dem Duell der Unbesiegten. Zu einem Straftraining wie sein Kollege Wolf wollte sich Lettieri nicht hinreißen lassen. Er gab seinem Team nach der strapaziösen Tour an die deutsch-österreichische Grenze einen Tag frei.

Einen Stürmer wie Olivier Occean hätte auch Lettieri gern in seinen Reihen. «Der ist zu gut für die Liga», sagte Offenbachs Präsident und Bundesliga-Torjäger Dieter Müller. Vier Tore in drei Spielen: Der kanadische Nationalspieler, den die Kickers aus Norwegen nach Hessen lotsten, ist bereits der Liebling der Fans. Der bullige Stürmer soll auch in der gut gefüllten Brita Arena für Unruhe beim Gegner und den nächsten Dreier sorgen.