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    Göttingen

    Herzerkrankung und Depression hängen oft zusammen

    Herzerkrankungen führen bei vielen Patienten zu einer Depression. «Beide Krankheiten können sich gegenseitig verstärken», sagt Prof. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Göttingen.

    Mit einem Herzleiden leben zu müssen, sei für viele Patienten sehr belastend. Viele Studien belegten andersherum, dass Depressive, die eigentlich ein gesundes Herz haben, ein höheres Herzinfarkt-Risiko entwickeln. Auffällig sei, dass vor allem herzkranke Frauen unter seelischen Belastungen leiden, sagt Herrmann-Lingen. Denn Frauen machten ihre Probleme häufiger mit sich aus. Männer versuchten dagegen eher, alles rauszulassen. «Es ist für Frauen besonders wichtig, dass jemand da ist, der einfach zuhört und Mitgefühl zeigt.» Deshalb bieten die Universitätsmedizin Göttingen und die KKH Allianz ab Oktober ein «Frauenherz-Telefon» an. Betroffene können dort mit anderen Leidensgenossinnen sprechen.

    Während der Einfluss von Herzerkrankungen auf die Depression noch nicht genau einzuschätzen ist, ließen sich dem Mediziner zufolge zwei Ursachen ausmachen: Depressive neigten zum einen eher zu Herzerkrankungen, weil sie ungesünder leben. «Viele fangen an zu rauchen oder aus Frust zu essen.» Oder sie nehmen ihre Blutdruckmedikamente nicht mehr regelmäßig.

    Zum anderen wirkt sich eine seelische Belastung über das Nervensystem und über Stresshormone auf den Körper aus, erklärt Herrmann-Lingen. Die Blutgefäße könnten sich verengen, das Blut verdicke eher, und Herz-Rhythmus-Störungen werden häufiger. «Eine Depression spielt sich nicht nur im Kopf ab». Sie begünstige auch Entzündungsreaktionen, die Abgeschlagenheit und Müdigkeit hervorrufen. Das könne dann wieder eine Depression fördern.

    Der Mediziner empfiehlt, bei der Behandlung von Herzkrankheiten auch das seelische Wohl des Patienten im Auge zu behalten. «Eine Depression sollte nicht als Begleitsymptom vernachlässigt werden.» Oft entstehe daraus eine eigenständige Krankheit, auch wenn das Herzleiden kuriert sei.

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