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Berlin

Hausding springt zu Gold – EM-Bronze für Glania

dpa

Nach dem Goldjubel um Springer Patrick Hausding haben auch die deutschen Schwimmer dank Jan-Philip Glania die ersehnte EM-Medaille gefeiert. Der Rückenschwimmer fand Bronze über 100 Meter Rücken «megageil», dagegen gab es nach drei vierten Plätzen auch enttäuschte Gesichter.

EM-Bronze
Jan-Philip Glania holt mit Rang drei über 100 Meter Rücken die erste deutsche Beckenmedaille bei der EM.
Foto: David Ebener – DPA

Der Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter und den beiden Rückenschwimmern Lisa Graf und Christian Diener fehlten nicht viel zum Podest. Deutschlands Nummer 1 demonstrierte in Berlin Stärke mit dem Halbfinalsieg: Paul Biedermann ist die große deutsche Goldhoffnung über die 200 Meter Freistil.

Lokalmatador
Patrick Hausding siegt vom Ein-Meter-Brett.
Foto: Hannibal – DPA

«Medaillen sind wichtig», erklärte Henning Lambertz, von dessen vier Trümpfen nur einer stach. Der Chef-Bundestrainer war trotzdem froh, dass seine Schwimmer nach dem Hausding-Gold vom Ein-Meter-Brett und dem Turm-Silber von Maria Kurjo und My Phan ebenfalls die deutsche Europameisterschafts-Bilanz aufhübschten. «Es macht im Moment richtig Spaß, hier zu schwimmen», erklärte Lambertz im stimmungsvollen Velodrom, in dem sechs bis acht Plaketten das deutsche Ziel sind.

Kuriosität
Als eines von nur drei Paaren im Finale haben Maria Kurjo (l) und My Phan eine Medaille schon sicher.
Foto: David Ebener – DPA

Neue Chancen gibt es gleich am folgenden Tag: Neben Biedermann erreichten auch die Lagenschwimmer Markus Deibler und Philip Heintz nach couragierten Rennen die Finals, aber aussichtsreichster deutscher Anwärter ist der Weltrekordler. «Ich hoffe nochmal eine gute Leistung zu bringen», sagte Biedermann. Am Tag nach seinem Vorlauf-Aus über 400 Meter Freistil blieb eine Kampfansage des in der EM-Vorbereitung kranken Top-Schwimmers für seine zweite Medaillenmöglichkeit wie gewohnt aus.

Schnellster
Paul Biedermann zieht als Schnellster beider Halbfinals in den Endlauf über 200 Meter Freistil ein.
Foto: David Ebener – DPA

Gleich die erste seiner fünf Chancen nutzte der nervenstarke Hausding in seiner Geburtsstadt. Auch deshalb war die neunte EM-Goldmedaille für den Lokalmatadoren etwas ganz Spezielles. «Es ist einfach was ganz anderes, als wenn man irgendwo in einem anderen Land springt», gestand der Weltmeister im Synchronspringen vom Turm. Mit einer schwarzen Batman-Kappe auf dem Kopf sammelte Hausding Gratulationen ein – und scherzte. «Batman kann fliegen, ich anscheinend auch. Mal schauen, ob ich die anderen Tage noch genauso gut fliege», erklärte der 25-Jährige.

Premierensieg
Die Briten Jemma Lowe (l-r), Adam Peaty, Christoph Walker-Hebborn und Francesca Halsall siegten bei der Premiere der Mixed-Staffel.
Foto: David Ebener – DPA

Förmlich zu fliegen schien in der benachbarten Schwimmhalle auch der lange führende Christian Diener im Endlauf über 100 Meter Rücken. Belohnt wurde der Mut mit Rang vier (54,23 Sekunden) nicht; «Wut im Bauch» nahm er für die nächsten Entscheidungen mit. Glücklicher endete das Finale für Glania, der sich nach 54,15 Sekunden mit Bronze belohnte. «Superglücklich, superstolz, ich hoffe das beflügelt die anderen auch nochmal», schwärmte der 25-Jährige und widmete seinen größten Erfolg den Eltern. Europameister: Der Brite Christoph Walker-Hebborn in 53,32 Sekunden.

Knapp
Über 100 Meter Rücken lag Christian Diener lange in Führung und wurde am Ende Vierter.
Foto: David Ebener – DPA

Lisa Graf verpasste in 2:10,64 Minuten über 200 Meter Rücken beim Titelgewinn der Spanierin Duane Da Rocha Marcé (2:09,37) als Vierte eine überraschende Bronzemedaille. «Ich hab's auf der dritten Bahn etwas verbummelt, aber der vierte Platz ist super», sagte die 21-jährige Berlinerin. Die höher eingeschätzte Teamkollegin Mensing wurde in 2:11,77 Minuten Siebte. Mit der Mixed-Staffel kam Mensing zusammen mit Marco Koch, Alexandra Wenk und Steffen Deibler nach 3:47,61 Minuten beim Sieg der Briten (3:44,02) auf Platz vier.

Medaille verpasst
Steffen Deibler wurde über 50 Meter Schmetterling nur Achter.
Foto: Michael Kappeler – DPA

Über EM-Titel freuten sich der französische Olympiasieger Florent Manaudou und der zeitgleiche Weißrussen Jewgeni Zurkin in 23,00 Sekunden über 50 Meter Schmetterling. Enttäuscht verließ Steffen Deibler («Das Rennen war einfach nur schlecht») als Achter nach 23,64 Sekunden das Becken. Beim Erfolg des Briten Adam Peaty in 58,96 Sekunden über 100 Meter Brust schlug Hendrik Feldwehr (1:01,02) ebenfalls nur als Achter an. Über 50 Meter Schmetterling gewann Weltrekordlerin Sarah Sjöström aus Schweden in 24,98 Sekunden.

Achter
Über 100 Meter Brust muss sich Hendrik Feldwehr mit dem achten Platz abfinden.
Foto: David Ebener – DPA

Insgesamt zehn Medaillen hat das deutsche Team zur Freude von Leistungssportdirektor Lutz Buschkow auf dem Konto. Dass eine Plakette für Kurjo und Phan schon vor dem Finale feststand und nur noch die Farbe ermittelt werden musste, störte ihn nicht. «Man kann eben nur Medaillen erkämpfen, wenn man dabei ist», kommentierte Buschkow die skurrile Situation, dass alle Starter des Finals Edelmetall gewannen. Sieger hier: Die Russinnen Julia Timoschinina und Jekaterina Petuchowa.

Abgeschlagen
Jenny Mensing landete über 200 Meter Rücken auf Rang sieben.
Foto: Hannibal – DPA

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