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    Ulm

    Haube, Panzer, Hakenkreuz – Christbaumschmuck vergangener Zeit

    Nicht immer wurden Weihnachtsbäume mit Lametta und Plastikschleifchen geschmückt. Eine Ausstellung in einem Ulmer Museum zeigt, was zu Zeiten von Kaiser Wilhelm und den Nazis an den Bäumen hing.

    Ausstellung «Aufgeputzt»
    Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Christbaumschmucks von der Biedermeierzeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
    Foto: Stefan Puchner - DPA

    Er ist Bestandteil jeder Weihnachtsdeko - der prächtig geschmückte Christbaum. Ursprünglich voll behangen mit Äpfeln, Nüssen und Strohschmuck, zierte ihn in der wilhelminischen Zeit doch tatsächlich die Pickelhaube. Den direkten Vergleich können Besucher der Ausstellung «Aufgeputzt!» ab Sonntag (1. Dezember) anstellen. Das Museum der Brotkultur in Ulm präsentiert in seiner Weihnachtsausstellung historischen Christbaumschmuck aus der Privatsammlung von Walter Schreiner.

    Hakenkreuz am Weihnachtsbaum
    Hakenkreuz am Weihnachtsbaum - zur Nazizeit keine Seltenheit in deutschen Wohnzimmern.
    Foto: Stefan Puchner - DPA

    Rund 400 Objekte veranschaulichen die Entstehung und Entwicklung des Schmucks von der Biedermeierzeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Und zeigen eines ganz deutlich: Die Behänge nahmen in der Vergangenheit häufig auch konkret Bezug auf aktuelle Ereignisse.

    Hitlers Konterfei als Christbaumkugel
    Selbst Adolf Hitlers Konterfei als Christbaumkugel hat es früher tatsächlich gegeben. In der Nachkriegszeit war dann erstmal wieder Schlichtheit angesagt.
    Foto: Stefan Puchner - DPA

    Zu Zeiten des Kaiserreichs löste sich die Baumschmuckindustrie vom klassischen Christkindmotiv und setzte auf die Verehrung des Kaiserpaars. Pickelhaube und Panzer komplettierten das Bild am Zweig. «Man sieht, wie der Weihnachtsbaum eine Reflexion der Industrialisierung und der Vorbereitung des Ersten Weltkrieges ist», erklärt Museumsdirektor Andrea Fadani. «Das starke Deutsche Reich spiegelt sich wider. In der Weimarer Republik fallen diese starken Stücke weg.»

    Während des Zweiten Weltkriegs kamen ebendiese starken Stücke wieder auf. «Das Christkind wird abgelöst und der Führer wird aufgehängt», erklärt Fadani. Neben Runen und dem Konterfei Adolf Hitlers hing Hakenkreuz-Schmuck. In der Nachkriegszeit hingegen war Schlichtheit angesagt. Der Baumschmuck wurde in Form und Gestalt vereinfacht.

    Doch nicht nur die Motive variierten über die Jahre, auch das Material des Baumschmucks. Traditionell wurden weihnachtliche Abbildungen nicht auf Porzellankugeln gedruckt, sondern Springerle im Holzmodel abgeformt. Neben dem traditionellen Gebäck-Schmuck sind in Ulm Pappeschmuck aus Dresden, seltener Watteschmuck aus Heubach und die sogenannten Schneekinder aus Bisquitporzellan zu sehen. Die
    Ausstellung ist bis zum 12. Januar geöffnet.

    Service:

    Öffnungszeiten 10-17 Uhr; 24., 25. und 31.12.2013 geschlossen; am 01.01.2014 ab 13 Uhr geöffnet

    Webseite Museum der Brotkultur

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