Archivierter Artikel vom 17.02.2011, 22:14 Uhr

«Gunners» schießen Barças Fußballkünstler ab

London (dpa). Barça spielt, Arsenal trifft: Die «Gunners» haben die Fußballkünstler des FC Barcelona abgeschossen. Trainer Arsène Wenger feierte beim 2:1-Erfolg des FC Arsenal im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League seinen ersten Sieg über den spanischen Angstgegner.

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Überragend
Arsenals Robin van Persie (l) und seine Teamkollegen haben den FC Barcelona mit 2:1 besiegt.

Das Team um den Weltfußballer Lionel Messi erhielt vier Tage nach dem enttäuschenden 1:1-Remis im Punktspiel beim Außenseiter Sporting Gijón einen zweiten Dämpfer verpasst. Barça-Trainer Josep Guardiola will von einer Formschwäche oder gar einer Krise jedoch nichts wissen: «Wir haben keinen Grund, für das Rückspiel nicht optimistisch zu sein.»

Matchwinner
Arsenals Robin van Persie ist nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen den FC Barcelona nicht mehr zu bremsen.

Die Blau-Roten hätten im Londoner Emirates-Stadion eines ihrer besten Europacup-Spiele geliefert, befand der Coach. «Wir waren sogar erheblich besser als vor einem Jahr im Viertelfinale beim 2:2 gegen Arsenal.» Damals hatten die Katalanen im Hinspiel trotz eines 2:0-Vorsprungs nur ein Remis erzielt, im Rückspiel die «Gunners» aber mit 4:1 entzaubert.

Foul
Arsenals Emmanuel Eboue (l) wird von Barcelonas Andres Iniesta gefoult. Die Partie endete 1:1.

Für Barça, das bis dahin gegen das Wenger-Team noch nie verloren hatte, lief zunächst alles nach Plan. Weltmeister David Villa brachte seine Elf in der 26. Minute in Führung, die Katalanen kontrollierten das Geschehen und schienen einem sicheren Sieg entgegenzugehen. «Es fehlte nur der Gnadenstoß», meinte das Fachblatt «Sport».

Hartes Duell
Barcelonas Xavi (l) kommt gegen Arsenals Cesc Fabregas zu spät. Das Spiel endete 1:1.

Dass Arsenal der Gnadenstoß erspart blieb, lag zu einem großen Teil an Messi. Der Argentinier vergab zwei hochkarätige Torchancen, ein Treffer wurde ihm vom Schiedsrichter wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt. Auf dem Dribbelkünstler scheint in England ein Fluch zu liegen. Auf der Insel konnte Messi in der Champions League bislang kein einziges Tor erzielen.

Führung
David Villa (r) erzielt das 1:0 für den FC Barcelona gegen den FC Arsenal.

Das Spiel wendete sich, als Arsenal in der Schlussphase bedingungslos zum Angriff blies und Barça vorzeitig einen Gang zurückschaltete. Robin van Persie (78.) nutzte einen Fehler von Torwart Víctor Valdés zum Ausgleich. Andrej Arschawin (83.) gelang fünf Minuten später das Siegtor. «Das Rückspiel könnte nun zu einer unvergesslichen Fußball-Nacht werden», meinte der für seine Verhältnisse fast euphorische Arsenal-Trainer. «Aber Barça bleibt weiterhin der Favorit.»

Danke!
Barcelonas Torschütze David Villa (l) bedankt sich bei Lionel Messi für die Vorarbeit.

Englands Zeitungen feierten die neue Reife der «Gunners», die trotz schönen Spiels seit sechs Jahren keine Trophäe mehr gewinnen konnten. «Mit 0:1 in Rückstand geraten gegen die besten Mannschaft des Planeten, den Ball kaum gesehen, geschweige denn das Tor – aber Arsenal antwortete in sensationeller Manier», schwärmte der «Daily Telegraph». Die «Times» konstatierte erleichtert: «Irgendwie sieht jetzt alles ein ganz bisschen weniger beängstigend aus.»

Niederlage
Francesco Totti und sein AS Rom sind gegen Schachtjor Donezk ganz schön ins Straucheln geraten.

Der AS Rom setzte dagegen seinen Sturzflug fort und steht nach dem 2:3 gegen Schachtjor Donezk vor dem Aus. «Wir riskieren das totale Desaster», klagte die «Gazzetta dello Sport» angesichts der Schlappen des AC Mailand und der Roma. «Das ist eine Riesenblamage.» Innerhalb von zwölf Minuten hatten die Römer gegen Donezk drei Treffer kassiert und sich damit den Weg ins Viertelfinale verbaut. Zu allem Überfluss entbrannte noch ein Streit zwischen Trainer Claudio Ranieri und Marco Borriello. «Ich schieße 25 000 Tore und sitze auf der Bank...», hatte der Stürmer geflucht, der erst spät eingewechselt wurde. «Und dann hat man gesehen, wie er gespielt hat», giftete der Coach zurück.