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    Stuttgart

    Günstige Finanzprodukte finden – Wie Verbraucher Kosten erkennen

    Ob Zertifikate, Investmentfonds oder Rentenversicherungen - Verbraucher können oft schwer einschätzen, ob ein Finanzprodukt wirklich günstig ist. Einen ersten Hinweis gibt oft schon die Art des Produkts selbst.

    Bei Elektrogeräten ist es einfach
    Bei Elektrogeräten ist es einfach: Das Energielabel verrät, ob der Verbrauch für den Kunden teuer wird. Bei Finanzprodukten ist die Einschätzung der Kosten komplizierter.
    Foto: Bernd Thissen - DPA

    Bei Elektrogeräten ist es einfach: A++ steht für besonders sparsame Geräte, D für schlechte Energieeffizienz. «Anhand dieser Label können Verbraucher schnell erkennen, welche Produkte im Verbrauch günstig sind, also wenig Kosten verursachen», erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. «Bei Finanzprodukten ist das leider nicht so leicht.» Hier sollten Verbraucher misstrauisch sein und genau hinschauen.

    Egal ob Zertifikate, Investmentfonds oder Rentenversicherungen - zu Finanzprodukten gibt es in der Regel auch Informationsblätter. «Diese Beipackzettel sollen Kunden eigentlich über die wichtigen Aspekte, also auch die Kosten, informieren», sagt der Finanzexperte. «Allerdings gibt es hier keine leicht verständliche Einteilung wie bei Energieeffizienzklassen.» Stattdessen seien Kosten mal in Euro-Beträgen, mal in Prozent angegeben, mal seien sie an anderer Stelle versteckt. «Der Anleger kann oft nicht einschätzen, ob ein bestimmtes Produkt teuer ist.»

    Einen wichtigen Hinweis auf die Kostenquote bietet allerdings oft schon das Produkt selbst. «Lebens- oder Rentenversicherungen sind eher teuer», erklärt Nauhauser. «Hier fallen hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an.» Zwischen einem und drei Prozent ihrer Rendite müssen Sparer dafür im Durchschnitt jährlich aufbringen. Ähnlich ist es auch bei entsprechenden staatlich geförderten Verträgen wie Riester- und Rürup-Renten. «Allerdings kann die staatliche Förderung einen Teil der Kosten ausgleichen.»

    Ähnlich teuer sind die im Bankvertrieb gängigen gemanagten Fonds, denn auch hier fallen Abschluss- und Verwaltungskosten an. «Und bei Dachfonds zahlen Sie sogar zweimal: einmal für die Manager des Dachfonds und dann für die Fonds, die im Produkt stecken.»

    Immerhin haben die Fonds gegenüber Lebens- und Rentenversicherungen den Vorteil, dass Abschlusskosten in Form von Ausgabeaufschlägen nur dann anfallen, wenn das Produkt gekauft wird. Bei Versicherungen werden die Abschlusskosten von 30 Jahren Spardauer schon in den ersten 5 Jahren fällig.

    In eine Effizienzklasse A++ würden laut Nauhauser die wenigsten Finanzprodukte fallen. Ein Beispiel nennt er: «Börsengehandelte Indexfonds sind extrem effizient, wenn sie einen gängigen überregionalen Aktien- oder Anleihenindex abbilden. Hier müssen Sparer im Durchschnitt nur 0,2 Prozent pro Jahr aufbringen.»

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