Archivierter Artikel vom 12.05.2012, 18:11 Uhr
Idar-Oberstein

Grünen-Chefin: Nur noch zwei Orte für Nationalpark wahrscheinlich

Die rheinland-pfälzische Grünenchefin Britta Steck sieht für den ersten Nationalpark im Land nur noch zwei Standorte in der engeren Auswahl.

Britta Steck und Uwe Diederichs-Seidel, Grüne-Landeschefs von Rheinland-Pfalz. Am Samstag (12. 05. 2012) treffen sich die rheinland-pfälzischen Grünen zu einer Landesdelegiertenkonferenz.
Britta Steck und Uwe Diederichs-Seidel, Grüne-Landeschefs von Rheinland-Pfalz. Am Samstag (12. 05. 2012) treffen sich die rheinland-pfälzischen Grünen zu einer Landesdelegiertenkonferenz.
Foto: DPA

„Das sind der Soonwald in den Kreisen Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück und der Hochwald im Kreis Birkenfeld“, sagte sie vor dem Landesparteitag der Grünen am Samstag in Idar-Oberstein. „Aus beiden Regionen wurde Interesse bekundet.“ In der Debatte waren auch der Saargau-Hochwald, die Region Baumholder und der Pfälzerwald genannt worden.

Steck betonte, in der nächsten Phase der Standortsuche gelte es, mit Info-Veranstaltungen und Gesprächen die Befürchtungen etwa der Holzfäller und Sägewerksbesitzer auszuräumen. „Es gibt viel Unkenntnis. Zum Beispiel kann der Wald in den Außenbereichen eines Nationalparks weiterhin wirtschaftlich genutzt werden“, versicherte die 46 Jahre alte Landesvorstandssprecherin. Die Erfahrungen anderer Parks in Deutschland zeigten zudem, dass der Tourismus sehr profitieren könne.

Steck zog ein Jahr nach dem erstmaligen Eintritt der Grünen in die Landesregierung eine positive Zwischenbilanz. „Der Sprung von der außerparlamentarischen Opposition auf die Regierungsbank ist mit Bravour gelungen.“ Sie gestand aber auch ein, dass es für die Grünen mit fortschreitender Legislaturperiode schwieriger werden könnte. Themen wie der kriselnde Nürburgring, der Weiterbau des riesigen Hochmoselübergangs und die Sanierung der desaströsen Kommunalfinanzen erhöhten den innerparteilichen Gesprächsbedarf.

Bei der Landesdelegiertenversammlung, wie der Parteitag offiziell hieß, stand neben der Regierungsbilanz die Familienpolitik im Zentrum. Rund 200 Delegierte waren eingeladen. Die Grünen zählen derzeit landesweit 2904 Mitglieder. Vor einem Jahr waren es nur 2668. Jens Albes