Archivierter Artikel vom 15.03.2010, 10:22 Uhr

Großvermieter brauchen zum Kündigen keinen Anwalt

Berlin/Gießen (dpa/tmn) – Ein Mieter muss einer Immobilienfirma die vorgerichtlichen Anwaltskosten für eine Kündigung in der Regel nicht erstatten. Denn ein Großvermieter sei selbst in der Lage, einem Mieter zu kündigen und die Räumung zu verlangen.

Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Gießen (Aktenzeichen: 1 S 71/09) hervor, auf das der Deutsche Mieterbund in Berlin hinweist. Für eine Kündigung wegen Zahlungsverzugs sei noch nicht einmal eine besondere Rechtsabteilung erforderlich. Hier reichten die Kenntnisse des kaufmännischen Personals.

In dem Fall hatte das Immobilienunternehmen Deutsche Annington von Mietern Anwaltskosten zurückgefordert. Das Gericht aber urteilte, dass die Mieter die Anwaltskosten nicht ersetzen müssen, da die Einschaltung der Rechtsanwälte weder zweckmäßig noch erforderlich war. Die Deutsche Annington, mit etwa 220 000 Wohnungen Europas größter Vermieter, bedürfe keiner anwaltlichen Hilfe. Denn sie habe zuvor bereits bei Zahlungsverzug zahlreiche gleichförmige Kündigungsschreiben und Räumungsverlangen verschickt. Andere Großvermieter ließen fristlose Kündigungen auch nicht durch einen Rechtsanwalt aussprechen.