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Hamburg

Google Street View: In zwei Schritten zum Widerspruch

dpa

Nach der hitzigen Debatte um den Internet-Dienst Street View hat Google am Dienstag (17. August) das angekündigte Online-Formular für Widersprüche ins Netz gestellt.

Illustration Widerspruch Street View
Bis zum 15. September steht das Online-Formular zum Widerspruch bereit. (Bild: dpa)

Mit dem Online-Tool können Mieter und Eigentümer veranlassen, dass ihr Haus vor dem Start des umstrittenen Dienstes unkenntlich gemacht wird. Dies war bisher schon mit einem formlosen Brief möglich. Das Web-Formular soll das Verfahren vereinfachen.

Antragsteller werden auf der Webseite zunächst über die Nutzungsbedingungen informiert: «Dieser Dienst steht ausschließlich Personen zur Verfügung, die Eigentümer eines Gebäudes/Grundstückes in Deutschland sind oder dieses bewohnen und es vor der Veröffentlichung von Street View unkenntlich machen möchten.» In den 20 Städten, in denen der Dienst gestartet wird, kann das Online-Formular zum Widerspruch bis zum 15. September genutzt werden.

Im nächsten Schritt – mit einem Mausklick auf «Weiter» – soll die Adresse des Hauses angegeben werden, das in Street View unkenntlich gemacht werden soll. Ein Mausklick auf den Button «Karte aktualisieren» zeigt eine rote Markierung im Kartenausschnitt der Google Maps an, die auf dem Dach des betreffenden Hauses platziert werden soll. Der Widerspruchsführer soll auch zusätzliche Angaben zu dem Gebäude machen wie die Anzahl der sichtbaren Stockwerke und die Art der Fassade – man kann aber auch anklicken, dass man keine näheren Angaben zu dem Gebäude machen will.

In einem zweiten Schritt sind E-Mail-Adresse, Name und Anschrift anzugeben – an diese Adresse wird dann ein «Verifizierungscode» zur Überprüfung des Widerspruchs geschickt. Zuletzt erfolgt noch eine Sicherheitsabfrage mit der Eingabe von zwei Buchstabenfolgen. Abgesendet wird der Widerspruch mit einem Mausklick auf «Einreichen».

Andreas Türk, Produktmanager von Google Maps, betonte, auch nach dem Start von Street View bestehe «jederzeit und dauerhaft die Möglichkeit», die Bilder unkenntlich zu machen. «Das Verfahren ist für Street View weltweit üblich und erprobt.» Die seit April 2009 bestehenden Vorab-Meldemöglichkeiten via Mail und auf dem Postwege seien nach Absprachen mit den zuständigen Datenschutzbehörden speziell für Deutschland entwickelt worden. Google kümmere sich selbst darum, dass Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden, ohne dass dies beantragt werden müsse.

Google Street View soll für diese deutschen Städte eingeführt werden: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Google-Widerspruchsformular zu Street View

Google-Infos zum Widerspruchsverfahren

Datenschutzpunkte zu Street View

Datenschützer: «Paradoxie beim Widerspruch»

Berlin (dpa) – Wer nicht will, dass sein Haus bei Google Street View zu sehen ist, kann jetzt mit wenigen Klicks dagegen Widerspruch einlegen. Nur: Wer Widerspruch einlegt, muss das namentlich tun und gibt damit zur Adresse mit Luftbild und Street-View-Foto, die bei Google schon in der Datenbank liegen, auch den dazugehörigen Namen preis.

«Es besteht eine gewisse Paradoxie darin, dass man einerseits etwas für den persönlichen Datenschutz tun will, indem man sagt, ich möchte nicht Teil dieses Internetdienstes sein», sagt der zuständige Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar. «Auf der anderen Seite gibt man Google dafür die Adresse und seinen Namen.» Caspar fordert eine Versicherung von Google, die beim Widerspruch erhobenen Daten nur zu diesem Zweck zu verwenden. «Diese Erklärung muss Google noch abgeben», meint der Datenschützer.

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