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    Hamburg

    Gesundheitsgefährdung durch Laserdrucker

    Möglicherweise machen aus Laserdruckern stammende Emissionen krank. Darauf weisen laut der Stiftung nano-Control in Hamburg verschiedene neue Untersuchungen hin.

    Laserdrucker
    Machen Laserdrucker krank? Diese Frage lässt sich derzeit noch nicht abschließend beantworten. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

    Die Organisation hat verschiedene Studien unter anderem am Institut für Umweltmedizin der Universitätsklinik Freiburg in Auftrag gegeben. «Die Ergebnisse lassen befürchten, dass die Emissionen schon nach kurzer Druckdauer gentoxisch wirken», sagt Hans-Joachim Stelting, Vorsitzender von nano-Control. Sie könnten also die menschlichen Erbanlagen schädigen und somit Krebs verursachen.

    Es handelt sich bei den neuen Erkenntnissen jedoch nur um Hinweise, nicht um Beweise im wissenschaftlichen Sinne. Dass von Laserdruckern und anderen Büromaschinen wie Kopiergeräten winzige Teilchen ausgestoßen werden, die die Gesundheit schädigen könnten, wird seit längerem vermutet. Doch ein wissenschaftlicher Beweis steht nach wie vor aus. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hatte bereits 2005 eine Studie in Auftrag gegeben und darauf aufbauend 2008 eine Bewertung der Gesundheitsrisiken folgen lassen: Demnach könnten zwar gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden. Ein klarer Zusammenhang sei jedoch nicht herzustellen, weil dafür die Datenlage nicht ausreiche.

    Allerdings hatte das BfR damals empfohlen, zu untersuchen, was genau Laserdrucker da eigentlich in die Umgebung blasen. Wahrscheinlich handle es sich nicht um Toner, sondern um andere Stoffe, erklärt Manfred Santen, Chemieexperte bei der Umweltorganisation Greenpeace. «Vielleicht sind es Silikonöle.»

    Darauf weisen auch Untersuchungen des Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) in Braunschweig hin. Die zur Fraunhofer-Gesellschaft zählende Forschungseinrichtung hatte zunächst ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe sich Emissionen aus Laserdruckern identifizieren lassen. Dem WKI zufolge wurden kaum Toner, dafür aber Ultrafeinpartikel ausgestoßen, die sich aus flüchtigen, organisch-chemischen Substanzen zusammensetzen. Diese Partikel entstehen in der Fixiereinheit – jenem Bauteil, das die Tonerteilchen auf dem Papier fixiert.

    Nach Auffassung von Manfred Santen ist aber noch nicht ausreichend geklärt, woraus die gesundheitlich bedenklichen Nanopartikel bestehen, die beim Drucken frei werden – und was diese im Körper anrichten. Im Rahmen der von nano-Control in die Wege geleiteten Untersuchungen sind zum Beispiel in den Lungenzellen eines an Lungenkrebs verstorbenen Servicetechnikers Tonerpartikel nachgewiesen worden. Allein daraus zu schließen, dass Toner Lungenkrebs auslöst, wäre jedoch wissenschaftlich nicht haltbar. Um zu überprüfen, wie die Emissionen genau auf den Menschen wirken, müssten solchen Stoffen ausgesetzte Personen untersucht werden, sagt Stelting.

    Es werden Filter angeboten, die die Drucker-Emissionen möglichst gering halten sollen. Diese Filter unterscheiden sich dem WKI zufolge in ihrer Wirkung stark. Und da die Ultrafeinpartikel nicht nur an einer bestimmten Stelle aus dem Drucker austreten, sei der Effekt eines Filters auch begrenzt. Santen rät, Drucker regelmäßig warten zu lassen – und er ist dafür, dass kein Drucker ohne Filter auf den Markt kommt.

    Manche Drucker tragen das Umweltzeichen «Blauer Engel». Der ist jedoch vergleichsweise alt, und so darf bezweifelt werden, ob er dem technischen Stand noch gerecht wird. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung arbeitet derzeit neue Kriterien aus. Mit einer Veröffentlichung der neuen Kriterien ist nicht vor Mitte 2012 zu rechnen.

    Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt das Risiko bislang als relativ gering ein und sieht keinen dringenden Forschungsbedarf. Sie rät jedoch für den Fall, dass viel gedruckt wird, die Geräte abseits des Arbeitsplatzes in gut belüfteten Räumen aufzustellen. Weitere Tipps und ein Info-Blatt finden sich auf der Website der Behörde.

    Faltblatt: dpaq.de/BAuA-Faltblatt

    Fachbeitrag: dpaq.de/BAuA-Fachbeitrag

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