Archivierter Artikel vom 17.09.2010, 20:16 Uhr

Geschockte Augsburger vorne – Aue stürzt Duisburg

München (dpa). Am Tag der Platzverweise und Favoritenstürze hat der FC Augsburg trotz eingebüßter weißer Weste die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga erobert.

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Abgebremst
Der Augsburger Michael Thurk (r) läuft beim Kampf um den Ball auf den Osnabrücker Konstantin Engel.
Ballgewinn
Aues Kevin Schlitte (l) läuft dem Duisburger Olcay Sahan den Ball ab.

Ein insgesamt enttäuschendes 2:2 im Heimspiel gegen Aufsteiger VfL Osnabrück bescherte dem FCA Platz eins, weil der MSV Duisburg beim 0:1 in Aue die erste Saisonpleite kassierte. Auch Aufstiegsfavorit Hertha BSC musste am vierten Spieltag beim 1:1 im Hauptstadtderby gegen Union Berlin den ersten Dämpfer hinnehmen. Mit jeweils zehn Punkten führt das Quartett Augsburg, Greuther Fürth, Energie Cottbus und Hertha das Klassement an. In den vier Sonntagspielen gab es gleich sechs Platzverweise.

Grenzwertig
Düsseldorfs Claus Costa (l) trifft nicht den Ball sondern den 1860er Aleksandar Ignjovski.

Torsten Oehrl rettete den neuen Spitzenreiter Augsburg mit seinem späten Ausgleichstor in der 86. Minute gegen am Ende in Unterzahl agierende Osnabrücker. Torjäger Michael Thurk (8.) hatte Augsburg in Führung gebracht. Der Aufsteiger drehte die Partie vorübergehend mit einem Doppelschlag von Nils Hansen (61.) und Sebastian Tyrala (64.). «Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen», ärgerte sich FCA-Verteidiger Axel Bellinghausen. Durch «zwei Gegentore aus heiterem Himmel» sei man fast bitter bestraft worden.

Synchron
Aues Oliver Schröder (l) und Duisburgs Ivica Grlic gehen beide zum Ball.

In Aue tat sich Duisburg erwartet schwer. Jan Hochscheidt schoss das Tor des Tages für Erzgebirge (72.). Gleich drei Platzverweise sorgten für Hektik: Bei Aue sahen Kevin Schlitte und Bruno Soares Gelb-Rot, beim MSV Daniel Reiche. «Es war kein schönes Spiel – nicht zum Anschauen», kommentierte MSV-Profi Ivica Grlic bedient.

Ballverlust
Nikita Rukavytsya (l) von Hertha BSC verliert den Ball durch eine Grätsche von Union-Spieler Torsten Mattuschka.

Völlig verpatzt hat den Saisonstart Fortuna Düsseldorf. Nach der 1:2-Heimpleite gegen 1860 München sind die Rheinländer ebenso noch punktlos wie Aufsteiger FC Ingolstadt, der in Bielefeld 0:1 verlor. Sebastian Heidinger (65.) sorgte mit einem 16-Meter-Schuss für den ersten Saisonsieg der Arminia und Erleichterung bei Trainer Christian Ziege: «Es war kein prickelndes Spiel. Aber in der Bundesliga schießt man nicht 25 Mal aufs Tor.»

Abklatschen
Oberhausens Torschütze Moses Lamidi (l) jubelt mit Oliver Petersch über ein Tor gegen den VfL Bochum.

In Düsseldorf feierten die Münchner «Löwen» ein Comeback. Nach einem Eigentor von Florin Lovin (45.) schafften Djordje Rakic (49.) mit seinem vierten Saisontor sowie Stefan Buck (51.) mit einem Doppelschlag jeweils per Kopf nach Eckbällen die Wende. «Es war wichtig, die Mannschaft nach dem 0:1 zur Halbzeit aufzubauen und dann so schnell zurückkommen», kommentierte 1860-Trainer Reiner Maurer.

Abpraller
Der Karlsruher Timo Staffeldt (l) und der Paderborner Jukka Raitala kämpfen um den Ball.

Im brisanten Berliner Derby bei Gastgeber Union büßte Hertha BSC schon am Freitagabend beim 1:1 die ersten Zähler ein. «Wenn man schon nicht gewinnen kann, dann darf man zumindest nicht verlieren», sagte Trainer Markus Babbel. Hertha bleibt ungeschlagen, liegt mit zehn Punkten ebenso wie Fürth (1:0 gegen FSV Frankfurt) und Cottbus (3:1 in Aachen) aussichtsreich in Lauerposition.

Zweikampf
Fürths Danijel Aleksic (l) und der Frankfurter Mario Fillinger kämpfen um den Ball.

Große Ernüchterung herrscht nach vier Spieltagen in Bochum. Das Ziel Wiederaufstieg ist nach der 1:3-Auswärtspleite gegen das Neun- Punkte-Team von Rot-Weiß Oberhausen in weite Ferne gerückt. «Es ist klar, dass man nach drei Niederlagen in Folge das eine oder andere ansprechen muss», sagte Trainer Friedhelm Funkel, «aber trotzdem bei aller Kritik der Mannschaft den Rücken stärken muss.»

Schneller
Aachens Tobias Feisthammel (r) läuft Nils Petersen von Energie Cottbus den Ball ab.

Im zweiten Samstag-Spiel kam der Karlsruher SC durch einen schmeichelhaften Last-Minute-Elfmeter, den Alexander Iaschwili verwandelte, zu einem 2:1-Heimsieg gegen den SC Paderborn «Der Elfer war ein absoluter Witz», schimpfte Paderborns Abwehrspieler Florian Mohr – Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus lag mit ihrem Pfiff falsch.