Archivierter Artikel vom 19.05.2014, 09:10 Uhr

«Geniale Belgier»: WM-Geheimfavorit ist jung und sexy

Brüssel (dpa) — Der WM-Hype in Belgien ist groß. Kein Wunder, denn die Fußball-Nationalmannschaft des Landes wird in Brasilien zum ersten Mal seit 2002 wieder an einer WM teilnehmen.

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Belgien
Das Team aus Belgien.
Foto: Julien Warnand – DPA

Brüssel (dpa) – Der WM-Hype in Belgien ist groß. Kein Wunder, denn die Fußball-Nationalmannschaft des Landes wird in Brasilien zum ersten Mal seit 2002 wieder an einer WM teilnehmen.

Für das letzte Qualifikationsspiel waren die 45 000 Plätze im King Baudouin Stadium in Brüssel innerhalb einer Stunde ausverkauft. An den meisten Schulen des Landes herrscht Tauschverbot für Panini-Bilder, weil der Unterricht nicht mehr störungsfrei funktionierte. Noch nie zuvor waren so viele der Klebebilder in das kleine Land versendet worden.

Größer als der Hype ist nur die Erwartungshaltung. Der Einzug ins Achtelfinale wird nach der souveränen Qualifikation, in der das Team des ehemaligen Schalkers Marc Wilmots bei acht Siegen und zwei Unentschieden nur vier Gegentore kassiert hat, beinahe vorausgesetzt. Die Erinnerung an längst vergangene Glanzzeiten ist geweckt. 1980 erreichte Belgien das EM-Finale und verlor gegen Deutschland. 1986 kam das Aus im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Argentinien.

Besonders in England, wo elf Nationalspieler aus Wilmots' Kader in der Premier League kicken, steht die Mannschaft hoch im Kurs. Die «Daily Mail» bezeichnete die Legionäre zuletzt als die «genialen Belgier». Der «Independent» meinte, die «Red Devils» seien die aufstrebende Kraft im internationalen Fußball.

Wilmots WM-Kader ist jung und sexy. Stars der Auswahl sind Eden Hazard vom FC Chelsea, Keeper Thibaut Courtois von Atlético Madrid sowie der Wolfsburger Kevin de Bruyne. Den Ausfall von Stürmer Christian Benteke soll Romelu Lukaku kompensieren, der beim FC Everton mit 15 Saisontoren überzeugte. Kapitän Vincent Kompany vom englischen Meister Manchester City hält nicht nur die Defensive zusammen, sondern auch die Truppe. Der frühere Hamburger ist das Gesicht der Generation und der multikulturellen Gesellschaft des Landes. Coach Wilmots lobt, er sei der Leim zwischen allen Spielern.