Archivierter Artikel vom 22.12.2009, 08:39 Uhr

Für Wohngeld müssen Kinder auch im Haushalt leben

Lüneburg/Berlin (dpa/tmn) – Wohngeld gibt es nur für Kinder, die tatsächlich mit im Haushalt leben. Die Möglichkeit, dass sie eventuell einziehen könnten, rechtfertigt dagegen keine höhere Zahlung.

Das geht aus einem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes hervor (Az.: 4 LC 319/06), auf das die Familienanwälte des Deutschen Anwaltvereins hinweisen.

In dem Fall erhielten Eltern nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für ihre drei Kinder. Zwei lebten bei der Mutter, eines beim Vater. Obwohl die zwei Geschwister in keiner Form erklärten, zum Vater ziehen zu wollen, beantragte er Wohngeld für einen Vier-Personen-Haushalt. Sein Argument: Es könne sein, dass auch die beiden anderen Kindern zu ihm ziehen. Die Behörde bewilligte aber nur Wohngeld für einen Zwei-Personen-Haushalt, wogegen der Vater klagte.

Das Gericht teilte die Auffassung der Behörde. Die Wohngeld-Höhe werde unter anderem nach der Haushaltsgröße errechnet. Diese bemesse sich an der Zahl der Familienmitglieder, die sich tatsächlich in der Wohnung aufhalten und dort ihren Lebensschwerpunkt haben müssen.