Archivierter Artikel vom 19.04.2011, 16:36 Uhr
Rheinland-Pfalz

Für jeden Interviewer ein dickes Handbuch

Wer darf für wen Auskunft geben? Bin ich als Interviewer bei der Volkszählung überhaupt versichert? Muss ich mein Entgelt für die Befragung etwa versteuern? Zu einem intensiven Frage- und Antwortspiel haben sich die ersten „Schulungen und Verpflichtungen“, so die offizielle Bezeichnung der Unterweisungen für die Interviewer, entwickelt.

Rheinland-Pfalz. Wer darf für wen Auskunft geben? Bin ich als Interviewer bei der Volkszählung überhaupt versichert? Muss ich mein Entgelt für die Befragung etwa versteuern? Zu einem intensiven Frage- und Antwortspiel haben sich die ersten „Schulungen und Verpflichtungen“, so die offizielle Bezeichnung der Unterweisungen für die Interviewer, entwickelt.

Zum Beispiel im Kreis Altenkirchen (Westerwald), wo dieser Tage rund 250 Frauen und Männer in insgesamt elf Unterrichtseinheiten auf ihre Aufgabe des Datensammelns vorbereitet werden.

Rund vier Stunden setzt der Leiter der Erhebungsstelle im AK-Land, Lars Kober, für eine solche Lektion an. Die aber sind randvoll mit allen nur möglichen Informationen rund um den Zensus. Ziele werden erläutert, rechtliche Grundlagen vermittelt, Datenschutzvorgaben angesprochen, Muster aufgezeigt, wie sich Mann oder Frau verhalten muss, wenn Probleme mit den zu Befragenden auftreten. Selbst versicherungstechnische Gegebenheiten stehen als Thema auf dem Stundenplan. So ist ein Interviewer über seinen kurzzeitigen „Arbeitgeber“ nur unfallversichert. Autokarambolagen auf dem Hin- oder Rückweg zum Einsatzgebiet oder die Zerstörung einer wertvollen Vase während der Befragung in einer Wohnung gehen beispielsweise zulasten der Versicherungen des Gesandten der zuständigen Erhebungsstelle.

Wie aber immer im richtigen Leben, treten weitere und noch komplexere Fragen erst viel später auf. Deswegen wird jeder Interviewer auch mit einem gut 100 Seiten dicken Handbuch ausgestattet, in dem alle Muster der Fragebögen abgebildet sind, in dem es zusätzliche Informationen zu den einzelnen Themenkomplexen gibt, deren Klärung von Angesicht zu Angesicht erfolgt. Statistisches Material wie Meldelisten oder vorbereitete Ankündigungsschreiben rundet den Inhalt eines Koffers ab, den jeder Befrager als sein Eigen mit nach Hause nehmen darf.