Archivierter Artikel vom 22.12.2019, 15:33 Uhr
Düsseldorf

2. Liga

Führungstrio schwächelt – Trainerdiskussion beim VfB

Herbst- und Wintermeister Bielefeld geht mit einer herben Pleite auf St. Pauli in die Winterpause. Doch auch die Verfolger HSV und Stuttgart blieben erneut ohne Sieg. Beim VfB rumort es, Trainer Walter droht offenbar das Aus.

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Entscheidung
Der Regensburger Torschütze zum 3:1 Sebastian Stolze (l) jubelt mit Andreas Albers.
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Düsseldorf (dpa). Schwächelndes Führungstrio, forsche Verfolger – im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga ist die bisherige Vormachtstellung der Spitzenteams ins Wanken geraten. Nur mit Mühe und Not retteten sich Arminia Bielefeld, der Hamburger SV und der VfB Stuttgart in die Winterpause.

Zweikampf
Sandhausens Gerrit Nauber (l) und Kiels Janni Luca Serra kämpfen um den Ball.
Foto: Uwe Anspach/dpa

Tabellenführer Arminia blieb zuletzt dreimal ohne Sieg, Verfolger HSV wartet seit vier Partien auf einen Erfolg und der Dritte VfB denkt nach dem ersten Rückrunden-Spieltag über einen Trainerwechsel nach. So ließ Sportdirektor Sven Mislintat die Zukunft von Fußball-Lehrer Tim Walter offen: „Es wird eine knallharte Analyse geben. Der Ausgang ist komplett offen.“

Jubel
Heidenheims Oliver Hüsing (l-r), Konstantin Kerschbaumer, Robert Leipertz, Patrick Mainka, Marnon Busch und Tim Kleindienst jubeln.
Foto: Stefan Puchner/dpa

Der einstmals komfortable Vorsprung der drei Teams ist mittlerweile aufgebraucht. Denn die Verfolger aus Heidenheim und Aue nutzten die Gunst der Stunde und feierten am 18. Spieltag Siege über Osnabrück (2:1) und Greuther Fürth (3:1). Die Heidenheimer sind nach dem Erfolg über den Aufsteiger aus Osnabrück nur noch einen Zähler von einem Aufstiegsplatz entfernt.

Die Treffer von Robert Leipertz (21. Minute) und Tim Kleindienst (66./89.) sorgten beim Underdog für ausgelassenen Jubel. „Mit einem solchen Sieg in die Winterpause zu gehen, war enorm wichtig“, sagte Kleindienst nach seinem dritten Saison-Doppelpack. Mit 30 Punkten nach 18 Spieltagen stellte Heidenheim den Vereinsrekord aus der Saison 18/19 ein.

Dagegen ist die Stimmung in Stuttgart angespannt. Schließlich verbuchte der mit einem Saisonetat in Höhe von rund 40 Millionen Euro in die Saison gestartete Zweitliga-Krösus in den vergangenen fünf Auswärtsspielen nur zwei Zähler. Auch beim 2:2 in Hannover blieben viele Wünsche offen. „Wir haben fünf Niederlagen und sind heute in der ersten Halbzeit knapp an der sechsten vorbeigeschrammt. Das ist nicht die Bilanz eines Aufsteigers“, klagte Mislintat.

Auch die Bilanz des HSV ist eines Aufsteigers unwürdig. Schließlich blieb das Team von Trainer Dieter Hecking beim 2:2 in Darmstadt zum achten Mal in Serie auswärts sieglos. Nur dank der Schwäche der Bielefelder und der Stuttgarter hielt sich der Schaden in Grenzen. „Es ist sehr ärgerlich, weil wir unbedingt mit einem Sieg in die Winterpause gehen wollten“, klagte Torschütze Lukas Hinterseer. Der Ärger über das nicht gegebene Kopfballtor von Verteidiger Rick van Drongelen zum vermeintlichen 3:2 war groß. „Für mich ist das ein Tor, das uns zu Unrecht weggenommen wird“, befand der Schütze.

Der Frust beim Spitzenreiter aus Bielefeld hielt sich nach dem deutlichen 0:3 beim FC St. Pauli allerdings in Grenzen. „Wir lassen uns ein überragendes Jahr nicht nehmen“, kommentierte Trainer Uwe Neuhaus. Das Überraschungsteam kann mit 34 Zählern und drei Punkten Vorsprung auf den HSV und den VfB in die Feiertage gehen und auf eine stolze Bilanz zurückblicken: Die Arminia ist mit 65 Punkten die beste Zweitliga-Mannschaft des Kalenderjahres.

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