Archivierter Artikel vom 28.02.2014, 13:20 Uhr

Früher Frühling: Gartencenter rechnen mit Kundensnsturm

Grafschaft (dpa). Nach einem bislang milden Winter hält langsam aber sicher der Frühling Einzug. Gartencenter erwarten daher viele Kunden. Denn: Gärtnern ist angesagt, auch bei jungen Menschen. Das sagen zumindest Branchenvertreter.

Lesezeit: 2 Minuten
Gartencenter erwarten Kundenandrang
Nach dem milden Winter stehen Hobbygärtner in den Startlöchern. Die Gartenbranche erwartet nun eine große Nachfrage nach Saatgut und Pflanzen.
Foto: Jens Büttner – DPA

Hobbygärtner stehen in den Startlöchern: Der Verband Deutscher Garten-Center, in dem bundesweit rund 180 Gartencenter vertreten sind, erwartet eine große Nachfrage nach Saatgut und Pflanzen. Verbands-Geschäftsführer Peter Botz sagt: «Wir sind uns ziemlich sicher, dass es kein Halten mehr gibt, wenn das richtige Frühlingserwachen kommt und die Sonne spürbar warm wird.»

Dieser Winter ist mehr oder weniger ausgefallen. Was bedeutet das für Ihre Branche?

Wir hatten kaum Frosttage. Trotzdem hatte der Endverbraucher bislang noch nicht recht geglaubt, dass es das schon war. Jetzt kribbelt es aber in den Fingern. Die Leute kommen so langsam, beginnen mit Saatgut und kaufen erste Pflanzkartoffeln und Zwiebeln.

Wie bereitet sich die Branche auf große Nachfrage vor?

Jetzt decken sich alle Betriebe ein – mit Ausnahme der Pflanzen, die kommen «just in time». Aber mit Saatgut und Maschinengeräten sind die Lager gut gefüllt. Da hat man noch Bestände des Vorjahres. Werkzeug ist letztes Jahr zum Beispiel weniger gekauft worden, weil die Menschen einfach weniger im Garten waren. Der Frühling darf kommen, wir schauen sehr positiv auf das Jahr.

Wie beliebt ist das Gärtnern denn heutzutage überhaupt?

Die Lust auf Grün und Natur ist ungebrochen. Vor allem erlangt der Nutzgarten wieder eine ganz große Bedeutung. Das hat vor Jahren begonnen mit ein paar Kräutern auf dem Balkon – die sind heute nicht mehr wegzudenken. Es wird wieder mehr mit frischen Kräutern gekocht. Die Menschen wollen wieder wissen, was man isst, wo das herkommt. Selbst junge Leute in der Stadt pflanzen auf ihrem Balkon etwas aus dem Nutzgartenbereich – Paprika, Peperoni, Tomaten. Die jungen Leute mögen das eher als Geranien.

Wie erklären Sie sich das?

In unserer hektischen Zeit braucht man einen Gegenpol. Da ist der Garten und eine Auszeit eine Riesengeschichte.

Gibt es neue Trends?

Das sind bei Blumen zum Beispiel neue Farben, die auf den Markt kommen. Außerdem sind Kräuter momentan der absolute Renner. Bei Balkonpflanzen macht eine Pflanze Furore: das altbekannte fleißige Lieschen. Weltweit gibt es seit ein paar Jahren einen Pilz, der das fleißige Lieschen im Sommer dahinrafft. Jetzt ist aber eine neue Sorte namens Sunpatiens aus Amerika da, die tolerant gegen diesen Mehltau-Pilz ist. Das erfreut sich sehr großer Beliebtheit.