Archivierter Artikel vom 20.09.2010, 13:44 Uhr
Düsseldorf

Frühe Aufholjagd: Favoriten bereits unter Zugzwang

Die Saison ist noch jung, der Rückstand auf die Spitze aber schon beachtlich groß. Den Titelfavoriten der Fußball- Bundesliga steht nach nur vier Spieltagen eine Aufholjagd bevor.

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Motivation
Bayern-Trainer Louis van Gaal (l) hat Miroslav Klose ausgewechselt.

Kein Team, das sich in den vergangenen sieben Jahren für die Champions League qualifizieren konnte, findet sich in der aktuellen Tabelle unter den ersten Vier wieder. Einer der Leidtragenden der veränderten Machtverhältnisse ist der FC Bayern München. «Allmählich sollten wir einen Dreier einfahren. Der Abstand ist schon gewaltig», sagte Nationalspieler Philipp Lahm mit Blick auf die Partie des Rekordmeisters beim Zweiten, 1899 Hoffenheim.

Sage und schreibe sieben Zähler liegt der Titelverteidiger hinter Tabellenführer Mainz zurück. Mit der bisher mageren Ausbeute steht der FC Bayern (5 Punkte) nicht allein da. Auch in Leverkusen (5), Bremen (4), Stuttgart (3), Wolfsburg (3) und vor allem in Gelsenkirchen (0) ist von einem Fehlstart die Rede.

Aus Sorge um frühe irreparable Schäden schlug Bremens Routinier Torsten Frings vor der Partie bei Hannover 96 Alarm: «Wir arbeiten nicht richtig nach hinten, und vorn bietet sich keiner an. Wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir das dringend ändern», klagte der Mittelfeldspieler im «kicker».

Anders als bei den arrivierten Clubs ist die Bilanz von Außenseiter FSV Mainz 05 makellos. Nach bisher vier Siegen geht das Überraschungsteam mit reichlich Rückenwind in das Heimspiel gegen den 1. FC Köln. «Wir genießen die Spitze, aber meine Gedanken sind schon beim Dienstag», sagte Trainer Thomas Tuchel.

Viel wird davon abhängen, ob es seinen Profis gelingt, das Kölner Abwehrbollwerk zu überwinden. Neuzugang Lewis Holtby hofft auf die Fortsetzung des Höhenflugs, warnte im gleichen Atemzug aber vor allzu großer Euphorie. «Ich hoffe, dass der Spirit anhält. Aber wir spielen noch nicht in der Champions League.»

Gehen die Kölner ähnlich defensiv zu Werke wie drei Tage zuvor beim 0:0 in München, steht den Mainzern eine schwere Aufgabe bevor. Zwar erspielte sich der FC Bayern rekordverdächtige 69 Prozent Ballbesitz, traf aber nicht ins Tor. Seither wird lebhaft über die fehlende Treffsicherheit beim Double-Gewinner und Champions-League- Finalisten gerätselt. Schließlich erzielte kein Bundesligist im bisherigen Saisonverlauf weniger Tore (2).

Zwei Siege gegen die Spitzenteams aus Hoffenheim und Mainz binnen weniger Tage sollen den Bayern zurück in die Erfolgsspur verhelfen. «Wir sind alle damit beschäftigt, dass wir sechs Punkte holen. Vielleicht stehen wir nach den Spielen gegen Hoffenheim und Mainz am Ende der Woche wieder zusammen», sagte Trainer Louis van Gaal.

Neben Mainz, Freiburg und Kaiserslautern ist auch Hannover 96 überraschend gut in die Saison gestartet. Trotz des 0:2 am vorigen Spieltag beim VfL Wolfsburg geht das Team von Mirko Slomka selbstbewusst in das Spiel gegen Werder Bremen. «Wir können uns oben festbeißen. Aber Werder ist und bleibt eine Spitzenmannschaft», sagte der Coach.