Archivierter Artikel vom 05.07.2010, 12:28 Uhr
Mainz

Fristlose Kündigung bei Unterschlagung

Ein Arbeitgeber hat seinem Mitarbeiter fristlos gekündigt, weil er mehr als 200 Euro aus der Firmenkasse genommen haben soll. Eine «Verdachtskündigung» wollte der Arbeitnehmer nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Nun fiel das Urteil.

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Kündigung
Mitarbeitern, die unrechtmäßig in die Firmenkasse greifen, darf fristlos gekündigt werden. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Einem Mitarbeiter, der rund 228 Euro unterschlagen hat, darf fristlos gekündigt werden. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem bekanntgewordenen Urteil. Nach dem Richterspruch gilt dies auch dann, wenn der Arbeitgeber zunächst nur den Verdacht hatte, der Mitarbeiter habe in die Kasse gegriffen (Az.: 2 Sa 519/09).

Das Gericht hob mit seinem Urteil eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Trier auf und wies die Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers ab. Der Arbeitgeber hatte dem Kläger fristlos gekündigt, weil er den Mann verdächtigte, mehrmals in die Kasse gegriffen zu haben. Vor Gericht stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter zumindest in einem Fall der Täter war. Konkret wurden an diesem Tag 228,05 Euro aus der Kasse entnommen.

Anders als das Arbeitsgericht sah das LAG die Kündigung als berechtigt an. Als unerheblich werteten die Richter den Vorwurf des Klägers, der Arbeitgeber habe ihm voreilig alle Taten zur Last gelegt. Da nun zumindest in einem Fall der Kläger als Täter entlarvt sei, sei aus der – vielleicht ursprünglich voreiligen – «Verdachtskündigung» eine berechtigte «Tatkündigung» geworden. Eine Aufklärung der übrigen Fälle sei daher für die Rechtmäßigkeit des Rauswurfs nicht mehr notwendig.