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    Jena

    Forscher: Grünkohl hilf bei Augenleiden

    Grünkohl ist nicht nur reich an Vitamin C, sondern hilft auch bei Augenleiden im Alter. Ernährungswissenschaftler aus Jena haben herausgefunden, dass der auch in Grünkohl enthaltene natürliche Farbstoff Lutein das Fortschreiten der altersbedingten Makula-Degeneration stoppen kann.

    Grünkohl
    Der in Grünkohl natürliche enthaltene Farbstoff Lutein kann das Fortschreiten einer altersbedingten Makula-Degeneration der Augen stoppen. (Bild: dpa-infocom)

    Jeder dritte Rentner leide irgendwann an Symptomen dieser Krankheit, erklärte der Leitende Oberarzt an der Augenklinik des Universitätsklinikums Jena, Jens Dawczynski, auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (11. bis 12. März). Die Betroffenen sehen dabei in der Mitte ihres Sehfelds einen grauen Punkt, außerdem erscheinen Linien unscharf.

    Eine Ursache für dieses Augenleiden im Alter ist, dass am gelben Fleck – dem Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, von den Wissenschaftlern Makula genannt – nicht mehr ausreichend Lutein vorhanden ist, erklärte Dawczynski. Dadurch werde dieser gelbe Fleck buchstäblich grau. Der Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut ist nur 1,5 Millimeter groß, enthält viele Millionen für das Sehen zuständigen Rezeptoren. Sie werden vom sogenannten Makula-Pigment, einer Art natürlichen Sonnenbrille des Auges, vor schädlichen Lichteinflüssen geschützt. Durch das Lutein konnte die Ausdehnung dieser schützenden Schicht vergrößert werden, fand die Gruppe, die unter der Leitung des Jenaer Ernährungswissenschaftlers Volker Böhm steht, heraus.

    Lutein kommt unter anderem in Grünkohl, Spinat, aber auch in Rucola, Weißkohl oder Kresse vor. Die in der Studie wirksame Dosierung von Lutein entspricht etwa 150 Gramm Grünkohl am Tag, sagte Dawczynski. Ziel der Forscher sei es auf lange Sicht, einen Gemüsesaft zu entwickeln, der vorbeugend gegen dieses Augenleiden wirkt. «Da sind wir aber noch in den Anfängen.» Die Wissenschaftler wollen nicht zu viel versprechen. Ob eine spezielle Ernährung mit hohen Gaben natürlichen Luteins auf lange Sicht das Krankheitsbild beeinflussen könne, sei längst noch nicht wissenschaftlich gesichert.

    n Jena tagen 600 Ernährungswissenschaftler zu ihrem jährlichen Kongress und beschäftigen sich mit dem Einfluss von Ernährung auf Krankheiten. Ziel der Forschungen ist es nach Angaben der Universität, Strategien zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter Erkrankungen zu entwickeln und Ernährungsempfehlungen zu geben.

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