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    Neu Delhi

    Formel-1-Pilot Karthikeyan: «Mein schönster Tag»

    Narain Karthikeyan ist der einzige indische Rennfahrer, der in dieser Formel-1-Saison Rennen fährt. Seinem Heimspiel beim Debüt der Königsklasse in Indien an diesem Wochenende fiebert der HRT-Pilot seit Jahren entgegen.

    Heim-GP
    Narain Karthikeyan wird in Indien für HRT am Steuer sitzen.
    Foto: Anindito Mukherjee - DPA

    «Ich bin so glücklich, dort zu fahren», sagte der 34-Jährige im Interview der Nachrichtenagentur dpa. «Das wird mein schönster Tag.» Für den Premieren-Grand-Prix erwartet Karthikeyan ein ausverkauftes Haus und keine Probleme: «Ich bin sicher, alles wird nach Plan verlaufen.»

    Wie groß ist Indiens Vorfreude auf die Formel-1-Premiere?

    Karthikeyan: «Es gibt eine Menge Interesse. Lewis Hamilton und auch Red Bull haben dort Showfahrten gemacht. Viele Leute waren da. Das überrascht mich nicht. Die Inder haben die Formel 1 in den vergangenen zehn Jahren schon verfolgt, Fahrer wie Michael Schumacher. Das Rennen wird ausverkauft sein, ganz sicher. Es ist das erste Jahr, alle brennen darauf zu sehen, wie es ist. Es gibt eine Menge Fans. Das wird ziemlich gut, denke ich.»

    Es gab immer wieder Sorgen um den Bau und angebliche Proteste. Was wissen Sie davon?

    Karthikeyan: «Die Strecke wird fertig sein. Ich habe die Fortschritte gesehen. Die Organisatoren haben einen sehr guten Job gemacht, natürlich beim Bau auch mit der Hilfe von Architekt Hermann Tilke. Es ist ein sehr schöner Kurs. Da wird es keine Probleme geben. Was abseits der Strecke passiert, weiß ich nicht. Aber sie haben soviel Geld investiert. Ich bin sicher, alles wird nach Plan verlaufen.»

    Was bedeutet dieses Rennen für Indien?

    Karthikeyan: «Die Formel 1 ist ein Ereignis, das viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein Rennen in Indien zu veranstalten, das ist etwas Besonderes für alle. Die Leute in Indien werden sehen, dass für die Formel 1 unheimlich viel Aufwand und Technologie nötig ist. Das gibt ihnen eine völlig neue Perspektive. Wir indischen Fahrer hoffen, dass uns diese positive Werbung in den nächsten Jahren helfen wird. Indien wird immer mehr zu einer Wirtschaftsmacht in der Welt. Viele Firmen wollen auf den Weltmarkt. Die Formel 1 könnte für sie eine gute Plattform sein.»

    Indien ist aber doch kein klassisches Motorsportland, oder?

    Karthikeyan: «In einigen wenigen Gegenden hat Motorsport eine sehr lange Tradition. Als die Briten da waren, gab es einige Rennen, in den 30er Jahren. Wenn man darüber nachdenkt, gab es immer Leute, die Ahnung von diesem Sport hatten, sicherlich viel mehr als zum Beispiel in China.»

    Aber wo ist denn der indische Motorsport-Nachwuchs?

    Karthikeyan: «Die Qualität ist ziemlich niedrig. Es gibt eine Kartmeisterschaft. Aber die ist sehr teuer, die Inder können sich das nicht leisten. Deshalb hoffen wir, dass sich die Dinge ändern, wenn wir mehr Unterstützung von Sponsoren bekommen. Es werden Milliarden für Cricket ausgegeben. Dort ist das Geld. Wir bekommen nur ein paar Krümel. Deshalb ist es schwer für junge Fahrer, nach oben zu kommen. Es gibt eine Initiative des Force-India-Teams. Wir müssen aber sicher noch drei, vier Jahre warten.»

    Welchen Rat können Sie Indiens Talenten geben?

    Karthikeyan: «Mein Weg war extrem hart. Vor 15 Jahren hatte hier niemand vom Rennfahren gehört. Aber ich hatte ein paar Mal Glück. Als ich meine ersten Siege in der britischen Formel 3 holte, kam die Tata-Gruppe als Sponsor. Ansonsten wäre ich nicht nach oben gekommen. Es ist ein so teurer Sport. Die indische Rupie ist nicht sehr stark im Vergleich zum Euro. Wenn ein bisschen mehr Geld in den indischen Motorsport fließen würde, könnte man soviel damit erreichen. Aber die Leute müssen den Sport erst entdecken und besser verstehen. Dass die Formel 1 jetzt dort fährt, wird auf jeden Fall helfen.»

    Was ist Ihr Ziel für Ihr erstes Heimspiel?

    Karthikeyan: «Ich will das Rennen beenden. Mein erster Gegner ist mein Teamkollege, vielleicht können wir die anderen neuen Teams angreifen. Die Strecke liegt unserem Auto allerdings nicht unbedingt. Aber ich werde mein Bestes geben, schon allein wegen der riesigen Unterstützung. Ich bin so glücklich, dort zu fahren. Das hätte ich vor ein paar Jahren nie erwartet.»

    Wird das der bislang größter Moment Ihrer Karriere?

    Karthikeyan: «Ganz sicher, bei weitem. Das wird mein schönster Tag.»

    Karthikeyan-Porträt

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