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Florida-Reisen: Weiterhin kein Stornorecht

Potsdam/Hannover (dpa/tmn) – Bereits gebuchte Urlaubsreisen nach Florida können aus Angst vor Öl an den Stränden nicht kostenfrei abgesagt werden. Zwar besteht die Gefahr, dass der Ölteppich im Golf von Mexiko bald auch die beliebten Ziele an Floridas Küsten erreicht.

«Das Problem ist vorherzusagen, inwieweit dadurch der Badeurlaub am Strand beeinträchtigt wird», erklärte der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. «Man muss schon gucken, welche Region konkret betroffen ist.» Solange das nicht absehbar ist, haben Pauschalurlauber kein Recht, auf Kosten des Veranstalters abzusagen.

Genau darauf weisen auch die Reiseunternehmen selbst hin: An der Einschätzung der Lage habe sich zuletzt nichts geändert, sagte TUI-Sprecherin Alexa Hüner in Hannover. Kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen würden derzeit nicht angeboten. «Wir registrieren bisher auch noch keine besorgten Nachfragen in diese Richtung.»

Es sei nicht zu erkennen, dass Touristen Einschränkungen beim Florida-Urlaub befürchten müssten, sagte Dertour-Sprecherin Antje Günther in Frankfurt/Main. Alle Reiseleistungen aus den Katalogen könnten weiterhin angeboten werden. Entsprechend müssten von den Gästen auch Gebühren bezahlt werden, wenn jemand stornieren möchte. Bei Neubuchungen für Florida mache sich die Angst vor dem Öl noch nicht bemerkbar, sagte Günther: «Bisher gibt es keine Rückgänge.»

Im US-Bundesstaat Louisiana hat dickflüssiges Öl die Küste schon erreicht. Das Öl strömt aus einem Bohrloch in etwa 1500 Metern Tiefe, das seit dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» Mitte April offen ist. Reiseveranstalter haben nun eine «Beobachtungspflicht», sagte Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Sie müssten im Blick behalten, ob durch den Ölteppich Regionen betroffen werden, die sie im Katalog haben. Und sie müssen ihre Kunden rechtzeitig informieren, wenn das zu erwarten ist.

Aber auch dann gebe es nicht automatisch ein Recht, kostenlos zu stornieren, sagte Reiserechtler Degott: «Das hängt zum Beispiel von der Reiseform ab. Wenn eine Florida-Rundreise geplant ist und nur ein oder zwei Badetage beeinträchtigt wären, muss man das hinnehmen.» Bei einem reinen Strandurlaub sei von erheblichen Mängeln dagegen auch dann auszugehen, wenn nicht der gesamte Strand schon verölt ist: «Man möchte ja nicht in einer Brühe baden, bei der man nicht weiß, ob man in einen Ölfilm gerät», sagte Degott. In so einem Fall seien die Voraussetzungen für kostenloses Stornieren erfüllt.

Wer sich Sorgen macht, ob er derzeit nach Florida fliegt oder besser zu Hause bleibt, sollte mit seinem Veranstalter Kontakt aufnehmen und nachfragen, ob eine Möglichkeit zum Umbuchen besteht, empfahl Sabine Fischer-Volk. Auch wenn sie keinen Anspruch darauf haben, dürften sie auf Kulanz hoffen: «Die Reiseunternehmen wollen ihre Kunden schließlich behalten und lassen oft mit sich reden.»

USA-Reisehinweise des Auswärtigen Amtes: dpaq.de/OKzNh

Website der US-Naturschutzbehörde (englisch): www.fws.gov

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