Archivierter Artikel vom 12.03.2021, 12:28 Uhr
München

Nationalmannschaft

Flick schließt Löw-Nachfolge nicht explizit aus

Drei Tage nach dem angekündigten Abschied von Bundestrainer Löw bezieht Bayern-Coach Hansi Flick erstmals Stellung. Der frühere Assistent genießt seinen aktuellen Job, schließt einen Wechsel zum DFB aber nicht so eindeutig aus wie Liverpools Klopp.

Bayern-Trainer
Hansi Flick will sich nicht an Spekulationen um seine Person beteiligen.
Foto: Sven Hoppe/dpa

München (dpa). Nach dem angekündigten Abschied von Joachim Löw hat Bayern-Chefcoach Hansi Flick ein Engagement als Bundestrainer nicht explizit ausgeschlossen.

Der 56-Jährige ergriff zum Beginn der Pressekonferenz direkt das Wort, um sich zu den Spekulationen um seine Person und das zum Sommer freiwerdende höchste Traineramt beim Deutschen Fußball-Bund zu äußern. Flick hob die „sehr erfolgreiche und sehr schöne Zeit“ hervor, die er unter anderem als Löw-Assistent beim Nationalteam hatte.

Jetzt wolle er sich aber auf den FC Bayern und seine derzeitigen Aufgaben konzentrieren. „Ich kümmere mich nicht um die Dinge, die außenherum sind. Ich möchte hier bei Bayern München noch sehr erfolgreich arbeiten und mehrere Titel gewinnen“, sagte Flick vor dem Gastspiel bei Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Spekulationen, „wie meine Zukunft aussieht, verbieten sich“, fügte er an. Der amtierende Bundestrainer Joachim Löw hatte am Dienstag erklärt, seinen Posten nach der EM 2021 niederzulegen.

Flick verwies mehrere Male auf seinen in München gültigen Vertrag bis 2023. „Ich habe eine Mannschaft, die absolut top ist. Es ist aktuell so, dass mir die Dinge sehr viel Spaß machen“, sagte der Coach der Münchner. Ein explizites „Nein“ zum Bundestrainer-Posten ab Sommer, wie es von Liverpools Trainer Jürgen Klopp in dieser Woche zu hören war, gab es von Flick trotz mehrerer Nachfragen nicht.

Eine Empfehlung, wer dem Weltmeister-Trainer von 2014 in diesem Sommer folgen könne, gab Flick nicht ab. „Das ist die Aufgabe von Oliver Bierhoff. Er hat Zeit, das zu lösen.“

Die Unruhe beim FC Bayern sah Flick in seiner Anfangszeit als Nachfolger von Niko Kovac viel größer als nun, wo er für den Posten als Bundestrainer öffentlich gehandelt wird. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass für mich das Hier und Jetzt zählt. Wir haben die erfolgreichste Saison hinter uns“, sagte Flick. Der Bayern-Trainer gilt neben dem derzeit vereinslosen Ralf Rangnick als heißester Kandidat für die Nachfolge von Löw, der beim DFB im Juli nach der EM nach 15 Cheftrainer-Jahren aufhören wird.

Anders als Klopp brauche er aber „kein Jahr Pause“, wie Flick in dem vom Bundestrainer-Thema dominierten Pressegespräch betonte und dies auch mit seiner bislang erst kurzen Amtszeit in München begründete. DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte am Donnerstag gesagt, er werde in der nächsten Zeit keine Namen kommentieren. „Wir haben gute Trainer in Deutschland, im Ausland und im DFB“, sagte Bierhoff. Eine interne Platzhalterlösung strebt er nicht an. Er will vielmehr die Trainerwahl „bis zu Ende denken“, also bis zur EM 2024.

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