Archivierter Artikel vom 16.03.2011, 13:16 Uhr
Oslo

Finale furioso? Neuner & Co. wollen erneut siegen

Magdalena Neuner möchte einfach nur Spaß haben, Miriam Gössner ihr Heimspiel genießen: Beim Saisonabschluss am geschichtsträchtigen Holmenkollen wollen die Biathletinnen nahtlos an ihre WM-Erfolge anknüpfen und im Kampf um die Kristallkugeln noch ein gehöriges Wort mitreden.

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Glücklich
Magdalena Neuner (l) und Mariam Gössner reisen glücklich nach Oslo.
Foto: DPA

Die zehnmalige Weltmeisterin Neuner hat vor allem im Massenstart, aber auch im Sprint beste Aussichten, sich beim «Finale furioso» in Oslo die Disziplinen-Wertungen zu sichern. Und selbst der Griff nach der großen Kugel der Weltcup-Gesamtbesten ist angesichts ihrer überragenden Form nicht unmöglich, wenngleich schwierig. «Aber in erster Linie will ich die letzten Rennen genießen», sagte die zweimalige Olympiasiegerin – Ausdruck ihrer neuen Gelassenheit.

Nach dem sensationellen WM-Finale mit Staffel-Gold für die Frauen düste die deutsche Mannschaft mit dem Charterflugzeug am 14. März von Sibirien direkt nach Oslo. Dort angekommen, entspannten sich die acht Mädels erst einmal beim Shoppen in der norwegischen Hauptstadt. «Das haben sie verdient», meinte Bundestrainer Uwe Müssigang mit einem Schmunzeln im Gesicht. Nach der grandiosen WM mit viermal Gold und dreimal Silber baute er keinen großen Druck auf: «Natürlich wollen wir gute Rennen machen, aber nach dieser tollen WM ist vielleicht ein bisschen die Luft raus.»

Magdalena Neuner hat vor den letzten drei Saisonrennen 60 Punkte Rückstand auf die Gesamtführende Kaisa Mäkäräinen (Finnland/914 Punkte). Dazwischen liegt noch Helena Ekholm (Schweden/907). Im Sprint am 17. März, der Verfolgung 19. März und dem Massenstart-Wettkampf 20. März gibt es pro Sieg 60 Punkte. «Eigentlich war der Gesamtweltcup nach meinen Ausfällen während der Saison nicht mein Ziel», meinte die weltweit erfolgreichste Biathletin. «Aber ich mag diese Rennen im März.»

Die Weltcup-Titelverteidigerin führt im Massenstart die Disziplinen-Wertung mit neun Punkten Vorsprung vor der Norwegerin Tora Berger an. Im Sprint liegt die dreimalige Russland-Weltmeisterin als Zweite nur 25 Zähler hinter Mäkäräinen.

Für Neuners Zimmerkollegin Miriam Gössner ist Oslo dagegen wie «nach Hause kommen». Denn Gössners Mutter Siv ist Norwegerin, die halbe Familie lebt in der Landeshauptstadt. «Deutschland ist mein Zuhause, aber Norwegen ist etwas ganz Besonderes für mich», sagte die 20-Jährige, die deshalb hochmotiviert in die Loipe gehen wird. «Sicher kommen viele meiner Verwandten und Bekannten. Das wäre wie zu Hause laufen.» Und sollte sie gar ihren ersten Weltcupsieg feiern, winkt mit dem Besuch in der Königs-Loge eine ganz besondere Ehre.

Die Männer um Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer haben mit dem Kampf um die begehrten Kristallkugeln dagegen nichts mehr zu tun. Der dreimalige Weltmeister Tarjei Bö (1022) will das Heimspiel nutzen, um die Führung vor seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen (947) und Martin Fourcade aus Frankreich (900) zu verteidigen. Peiffer (638) möchte seinen vierten Platz sichern. Ihm im Nacken sitzen der Russe Iwan Tscheresow und Michael Greis (beide 636). Für den dreimaligen Olympiasieger wird es vor allem darum gehen, seinen desaströsen WM- Staffelauftritt vergessen zu machen.