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Oslo

Finale ein Saison-Spiegel für deutsche Kombinierer

dpa

Jubel, Hoffnung und Enttäuschung: Das Saisonende am Holmenkollen war für die deutschen Nordischen Kombinierer ein Spiegelbild des gesamten Wettkampfjahres. Den Sieg im letzten Wettbewerb holte sich mit dem Franzosen Jason Lamy Chappuis auch der Gesamt-Weltcupsieger.

Überragend
Gesamtsieger Jason Lamy Chappuis hat den letzten Wettbewerb der Saison für sich entschieden.

Während die deutsche Staffel mit Johannes Rydzek, Georg Hettich, Eric Frenzel und Tino Edelmann noch über Platz drei im Teamwettbewerb hinter Norwegen und Olympiasieger Österreich jubeln konnte, erloschen die Hoffnungen auf den dritten Rang in der Einzel-Gesamtwertung von Frenzel bereits beim Springen. Am Ende wurde der Oberwiesenthaler nur 21. Das beste DSV-Ergebnis ging auf das Konto von Edelmann, der von Platz 21 auf acht nach vorn lief. Trotz Schanzenrekords von 135 Metern konnte der nach dem Springen führende Finne Janne Ryynänen den knappen Zwei-Sekunden-Vorsprung gegenüber Chappuis nicht verteidigen und wurde am Ende Siebter. Olympiasieger Chappuis spielte beim 10-Kilometer-Lauf seine Stärken in der Loipe aus und verwies bei seinem sechsten Saisonsieg in 25:58,3 Minuten den Österreicher Felix Gottwald mit 14,5 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde der Norweger Magnus Moan.

«Es war nach einem starken Saisonstart ein ständiges Auf und Ab», bilanzierte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Mehr als ihm lieb war, musste er experimentieren und Rückschläge hinnehmen. Das Formtief seines bisherigen Leitwolfes Ronny Ackermann (Dermbach) und dessen freiwilliger Olympia-Verzicht machte ihm ebenso zu schaffen wie Krankheiten und Formtiefs von Edelmann (Zella-Mehlis) und Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) sowie Materialprobleme bei Frenzel. All das führte dazu, dass die Vorzeigedisziplin des DSV erstmals seit Jahren die selbstgesteckten Ziele nicht erreichte. Selbst die Bronzemedaille bei Olympia im Team-Wettbewerb hing am seidenen Faden und musste extrem hart erkämpft werden.

Dies wiederum gibt aber auch Anlass zu Hoffnungen für die Zukunft. Denn das Olympia-Team hatte ein Durchschnittsalter von 22 Jahren, war von allen Nationen mit Abstand das Jüngste. Zudem bestätigten Edelmann, Kircheisen und Frenzel mit Einzelerfolgen im Weltcup ihre internationale Klasse. «Wir sind gut aufgestellt. Die Jungs sind hungrig nach Erfolgen. Mit Johannes Rydzek haben wir viel eher als erwartet ein neues Talent bis ganz nach oben geführt. Für uns Trainer heißt es nun, das Training so zu gestalten, dass wir weiter Weltspitze sein können», meinte Weinbuch. So soll sich die Arbeit besonders in Bezug auf das Laufen nicht mehr an den «Alten» orientieren. «Wir müssen die Ansprüche erhöhen. Die Saison hat gezeigt, dass wir da Defizite haben», sagte Weinbuch, der wie die meisten Trainer und Sportler auch mit den Rahmenbedingungen der Sportart nicht mehr einverstanden ist und eine Protestaktion der Athleten unterstützte.

Beim Teamwettbewerb forderten die Sportler aller Nationen vom Weltverband FIS in großen Lettern: «Behandelt uns mit Respekt». Mit dieser Aktion reagierten sie auf die Vorkommnisse bei der Olympia-Entscheidung von der Großschanze, als sie unter unfairen Bedingungen von der Schanze gelassen und somit um die Früchte ihrer jahrelangen Trainingsarbeit gebracht wurden. Die Kombinierer wollen zukünftig eine professionelle Jury, die bei allen Wettbewerben zum Einsatz kommt. Des weiteren fordern sie höhere Preisgelder. Schließlich muss das Ansehen der Nordischen Kombination nach dem Willen der Sportler erhöht werden. Das beginnt mit flexiblen Fernsehzeiten und endet mit attraktiveren Wettkampfformen.

FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis reagierte gelassen auf die Aktion. «Wir haben es zur Kenntnis genommen. Es ist natürlich unerfreulich, aber unsere Türen sind immer offen, um Probleme zu besprechen. Die Athleten haben unseren Respekt und wir respektieren ihre Leistungen», sagte Lewis.

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